USA wollen NATO-Streit beenden

10. Februar 2005, 15:23
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Um Krieg im Irak und in Afghanistan - Rumsfeld verzichtete auf Kritik am "alten Europa"

Nizza - Die USA sind offensichtlich bereit, den Streit mit mehreren europäischen Staaten um den Krieg gegen den Irak und den Einsatz in Afghanistan zu beenden. Nachdem US-Außenministerin Condoleezza Rice bei einem Treffen mit ihren Kollegen in Brüssel bereits Versöhnungsbereitschaft demonstrierte, zeigte auch US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld nach Angaben von NATO-Diplomaten bei einem Treffen mit seinen Kollegen in Nizza (Südfrankreich) Verständnis für europäische Bedenken gegen den Irak- Krieg.

EU-Diplomaten sagten in Nizza, Rumsfeld habe bei einem Abendessen mit den anderen EU-Verteidigungsministern auf Kritik am "alten Europa" verzichtet. Stattdessen sei es vielmehr um Möglichkeiten, jetzt sowohl in Afghanistan als auch im Irak gemeinsam zu handeln, gegangen.

Deutschland will mehr Verantwortung in Afghanistan übernehmen

Der deutsche Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) hatte vor Beginn des Treffens erklärt, Deutschland sei zur Übernahme von mehr Verantwortung im Norden Afghanistans bereit. Dabei gehe es darum, möglicherweise Aufgaben Großbritanniens beim Wiederaufbau im Norden des Landes zu übernehmen. Dies bedeute auch eine Neuformulierung des vom Bundestag gegebenen Mandats, weil darin einzelne afghanische Provinzen erwähnt sind. Die Zahl der 2250 deutschen Soldaten in Afghanistan solle jedoch nicht erhöht werden.

Deutschland hält daran fest, irakische Militärs und Polizisten außerhalb des Landes, vor allem in den Vereinigten Arabischen Emiraten, auszubilden. Dem Vernehmen nach sagte Struck, der könne sich einen Einsatz der Bundeswehr im Irak überhaupt nicht vorstellen. Die NATO-Verteidigungsminister werden heute (Donnerstag) auch mit dem russischen Verteidigungsminister Sergej Iwanow zusammentreffen. (APA/dpa)

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