Neuer Vektor für Fremdgene entdeckt

10. Februar 2005, 09:00
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Auswirkungen auf die Patentlandschaft erwartet

London - Gleichsam neue Vehikel zum Einschleusen von Fremdgenen etwa in Pflanzen präsentieren Wissenschafter des der Charles Sturt University angeschlossenen Forschungsinstitutes "Cambia" in Canberra (Australien) in der jüngsten Ausgabe der Wissenschaftszeitschrift "Nature". Die Untersuchungen könnten vor allem Auswirkungen auf die Patentlandschaft bei den gentechnisch manipulierten Agrarpflanzen haben.

Bisher stand für das Einschleusen von fremdem Erbgut in landwirtschaftliche Kulturpflanzen vor allem das pflanzenpathogene Boden-Bakterium "Agrobacterium tumefaciens" im Mittelpunkt. Mittlerweile gibt es dazu auch eine Menge von Patenten, mit denen sich Pharmakonzerne ihre Produkte schützen, daneben aber auch die Arbeit von anderen Wissenschaftern erschweren. Da sich die Patente zumeist auf "Agrobacterium tumefaciens" beziehen, könnte sich dies nun ändern.

Vektor für Fremdgene

Die Wissenschafter entdeckten nämlich, dass sich eine Gruppe Bakterien, die normalerweise in Symbiose mit Pflanzen leben, genau so gut als so genannter Vektor für Fremdgene eignen wie Agrobacterium. Als pflanzliche Partner haben diese Symbionten normalerweise so genannte Leguminosen, die Bakterien leben in den Wurzeln und können Stickstoff aus der Luft gewinnen. Die Pflanzen haben als Vorteil den Stickstoff, die Bakterien bekommen im Gegenzug andere Nährstoffe von ihren Partnern.

Die australischen Wissenschafter betonen aber, dass der künstliche Gentransfer nicht nur mit den natürlichen Wirten der Bakterien funktioniert, sondern nachweislich auch bei Kreuzblütlern und Reis. (APA)

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