Erstes Winston Churchill-Museum Europas in Londoner Bunker

12. Februar 2005, 14:00
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Das Leben des britischen Staatsmannes und Schriftstellers wird illustriert

London - Das erste Winston Churchill-Museum Europas kann 40 Jahre nach dem Tod des britischen Premierministers jetzt in London besucht werden - unter der Erde. In dem Bunker, wo Churchill (1874- 1965) während des Zweiten Weltkrieges die Regierungsgeschäfte führte, illustrieren mehr als 170 Exponate, zahlreiche Dokumente, Filme und Bilder das Leben des britischen Staatsmannes und Schriftstellers. Königin Elizabeth II. will das Museum an diesem Donnerstag eröffnen.

Mit zahlreichen Ausstellungsstücken aus dem Privatleben Churchills soll der "Mann hinter der Legende" beleuchtet werden, sagte Museumsdirektor Phil Reed am Mittwoch in London. Gezeigt werden unter anderem Schulzeugnisse Churchills aus den 1880er Jahren mit mäßigen Leistungen, Liebesbriefe an seine Frau Clementine und die Pistole, mit der Churchill im Dezember 1899 die Flucht aus einem Gefängnis in Südafrika gelang. Von dort hatte er als junger Journalist über den Burenkrieg berichtet.

Eingebundene Familie

Das Museum, dessen Planung zehn Jahre dauerte und knapp neun Millionen Euro kostete, ist gemeinsam mit der Familie Churchill entwickelt worden, die zahlreiche Exponate zur Verfügung gestellt hat. "Das ist ein sehr aufregender Tag für unsere Familie, aber auch für dieses Land", sagte der Enkel des ehemaligen Premierministers, der auch Winston Churchill heißt. "Ich hoffe, dass vor allem junge Leute hierher kommen."

Der Nachfahre Churchills kritisierte, dass viele britische Jugendliche sich mit der Geschichte ihres Landes nicht auskennen würden. So hätten bei einer Umfrage unter 15-Jährigen etwa 15 Prozent geglaubt, dass Churchill ein bekannter Hemdenverkäufer gewesen sei. Die jungen Briten hätten offenbar an einen gleichnamigen englischen Herrenausstatter gedacht. (APA/dpa)

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