Gezielte Tierentwicklung

13. Februar 2005, 19:00
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Forscher: Die enorme Leistung der Evolution wird durch Veränderungen in den genetischen Schaltern ausgebildet

Madison - Wissenschaftler aus Wisconsin haben herausgefunden, dass die enorme Leistung der Evolution durch Veränderungen in den genetischen Schaltern ausgebildet wird, berichtet Science Daily. "Dies ist ein klarer Beweis dafür, wie sich Tiere entwickeln", so Sean B. Carroll, Professor in Madison.

Um dem Geheimnis der Evolution nahe zu kommen, hat das Team des Howard Hughes Medical Research Institute (HHMI) Junggesellenfruchtfliegen studiert. Männliche Junggesellenfruchtfliegen befinden sich in einem ständigen Wettkampf um die Gunst der Weibchen und die daraus resultierende Fortpflanzung. Sie prahlen mit Farbtupfern auf ihren Flügeln, wie der Pfau es mit seinem bunten Gefieder tut oder der Hirschbock mit seinem imposanten Geweih. Weibliche Junggesellenfruchtfliegen verbinden die getupften Flügel mit Sexappeal. Die Wissenschaftler aus Wisconsin sind dem Ursprung dieser dekorativen Tupfer auf den Grund gegangen.

Gelenkte Genarbeit

Wissenschaftler versuchen schon lange herauszufinden, was genau die Ausbildung und Evolution von Formen beeinflusst. Es war bisher nie klar, ob es die Gene selbst sind oder ob es eine Anordnung innerhalb der DNA ist, die kontrolliert, wo Gene für die Bildung des Tierkörpers eingesetzt werden. Die Wissenschaftler aus Wisconsin haben nun herausgefunden, dass die enorme Leistung der Evolution durch Veränderungen in den genetischen Schaltern ausgebildet wird. Diese lenken, wie Gene arbeiten. Tiere entwickeln sich also gezielt weiter.

Da es sich so bei Fliegen verhält, ist es fast sicher, dass es diesen Mechanismus auch bei allen anderen Tieren und bei den Menschen gibt. Damit ließe sich von der Schnauze des Erdferkels bis hin zu den Streifen des Zebras alles ermitteln. Laut Carroll ist diese Entdeckung sehr wichtig. Sie liefert überzeugende Beweise, dass die Evolution durch zufällige Mutationen vor sich geht, die besondere Merkmale hervorbringt - ein Tupfer hier, ein Streifen da. Diese Merkmale verleihen den Männchen Attraktivität. Die Flügeldekoration der Junggesellenfruchtfliegen war anfangs ein Unfall, heute ist das Flügelmuster weit von der Zufälligkeit entfernt. Carroll: "Das Muster auf einem Flügel ist kein chaotisches Graffiti. Die Tupfer treten an gezielten Stellen auf." (pte)

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    Fruchtfliegen prahlen mit Farbtupfern auf ihren Flügeln.

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