Alstom und SMS meldeten wegen VA Tech bei EU Bedenken an

10. Februar 2005, 10:29
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Laut "Handelsblatt" könnte es zu Änderung des Übernahmeangebots kommen - Alstom fühlt sich bei der Energieerzeugung aus Wasserkraft unter Druck

Wien - Der Übernahme des österreichischen Industriekonzerns VA Tech durch Siemens drohen kartellrechtliche Einwände, die zu einer Änderung des Übernahmeangebots führen könnten.

Sowohl der französische Industriekonzern Alstom als auch eine Tochter des deutschen Anlagenbauers SMS-Gruppe hätten Beschwerde bei der EU-Wettbewerbskommission in Brüssel angemeldet, berichtet das deutsche "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf Branchenkreise.

Bereich "Energieerzeugung aus Wasserkraft" Stein des Anstoßes

Die französische Alstom-Gruppe dürfte sich insbesondere im Bereich der Energieerzeugung aus Wasserkraft unter Druck gesetzt fühlen, heißt es. Hier hätte Siemens, wenn die Übernahme gelingt, nach Argumentation der Beschwerdeführer künftig einen Marktanteil von 60 Prozent in Europa.

Der zweite Problembereich ist laut Bericht die Stahlwerkstechnik, in der die SMS Demag AG, eine Tochter der deutschen SMS-Gruppe, tätig ist. Die Gruppe erwirtschaftete im Jahr 2003 etwa die Hälfte ihres Umsatzes von 2,2 Mrd. Euro im Bereich der Stahlwerkstechnik und ist damit nach eigenen Angaben Weltmarktführer.

Diese Position wäre gefährdet, wenn die Übernahme so über die Bühne geht, wie sie sich Siemens vorstellt, da eine Tochter der VA Tech schon jetzt die Nummer zwei hinter den Deutschen in der Stahlwerke-Branche ist, so das "Handelsblatt".

Eine Lösung könnte darin bestehen, dass sich Siemens nach der Übernahme von dem betroffenen Bereich trennt. Ein Sprecher der SMS-Gruppe bestätigte der Zeitung, dass sein Unternehmen auf Anfrage der EU-Kommission Stellung zu der VA Tech Übernahme genommen hat.

Bei Siemens wollte gestern niemand zu den Überlegungen der EU Stellung nehmen. Siemens Österreich-Sprecher Karl Strasser sagte laut dem Bericht lediglich, dass seinem Haus bisher keine formelle Stellungnahme der EU-Kommission vorliege. Siemens habe sein Angebot aber von Anfang an auch an die Zustimmung der Kartellbehörden geknüpft, betonte Strasser. (APA)

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