Der einsame Webserver

21. Februar 2005, 09:31
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... von 1995 ist zwei Schränken voll mit Servern und Spezialgeräten gewichen

Als DER STANDARD am 2. Februar 1995 als erste deutschsprachige Tageszeitung online ging, war für die Meisten das World Wide Web alltäglich noch nicht wichtig. Obwohl heute, zehn Jahre später, noch immer weniger als zehn Prozent der Weltbevölkerung jemals im Internet waren, hat sich in Österreich das Netz fix etabliert, sind Webseiten, E-Mails, E-Business, Suchmaschinen und derStandard.at nicht mehr aus dem Geschäfts- und Privatleben der Österreicher wegzudenken.

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Björn Steinmetz, EUnet Telekom GmbH

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Trotz aller Veränderung seit 1995 gibt es eine Konstante bei derStandard.at: Die Server werden seit Anbeginn ohne Unterbrechung bei EUnet, dem 1991 gegründeten, ersten kommerziellen Internet Service Provider (ISP) Österreichs betrieben, auch wenn der Name und die Inhaber zwischendurch gewechselt haben. EUnet umfasst heute das Know-how und die besten Köpfe von vielen ISPs der ersten Stunde und großen Marken, die über die Jahre verbunden wurden: Nextra, Tiscali, KPNQwest, Vianet, Nacamar, Arges Tempo, ViP, Magnet, Surf EU, Planet One, Merlin, Ping, Gramtel, Get Your, Telecom.

Die Konsolidierung am ISP-Markt ist zwar weit fortgeschritten, aber es werden wohl noch einige Namen folgen. Denn in dem Maße, wie das Internet zum Massenmarkt und für viele essenziell, für manche sogar existenziell wurde, sind auch die Anforderungen an ISPs in ihrer Komplexität gewachsen: Hunderte Kundenserver und Netzwerkkomponenten, zigtausende Mailboxen und Webspaces müssen verlässlich rund um die Uhr betrieben und überwacht werden. Ausfallszeiten, die sich nur im Bereich von wenigen Minuten bewegen dürfen, schnellste nationale und internationale Anbindungen, sichere und robuste Netzwerke sowie guter Kundensupport werden gefordert und schlagen teuer zu Buche.

So sind die Webserver der Unternehmen nicht selten aus verstaubten Besenkammerln und Kellern in optimal klimatisierte, zutrittsgesicherte Serverräume gewandert, angeschlossen an unterbrechungsfreie Stromversorgungen und riesige Dieselgeneratoren, geschützt durch automatische Brandlöschsysteme, die weder Mensch noch Maschine etwas anhaben, überwacht durch Videokameras und Spezialrechner. Ein paar Quadratmeter im modernen Datacenter kosten so viel Monatsmiete wie eine schmucke kleine Wohnung in der Wiener Innenstadt!

Nur ein großer, führender Business-Provider wie EUnet kann eine solche professionelle Infrastruktur und Organisation vollkommen aus eigener Kraft betreiben und durch gleich bleibend hohe Qualität anspruchsvolle Kunden wie derStandard.at über zehn Jahre hinweg zur vollsten Zufriedenheit erfolgreich betreuen.

Die Investitionen von EUnet und derStandard.at zahlten sich aus: Als am 11. September 2001 die schrecklichen Angriffe auf das World Trade Center und das Pentagon erfolgten, war derStandard.at die einzige Onlinezeitung in Österreich, die den ganzen Tag über immer erreichbar blieb. Zurückzuführen war das außer auf das leistungsfähige Netzwerk der EUnet auf die robuste, auf Spitzen ausgelegte Struktur von derStandard.at.

Der einsame Webserver von 1995 ist zwei Schränken voll mit Servern und Spezialgeräten gewichen: Firewalls schützen vor Angriffen, Datenbanken verwalten die redaktionellen Inhalte, RAID-Systeme speichern die zigtausenden Bilder, Load Balancer verteilen die Zugriffe aus dem Internet auf eine Serverfarm usw., was Ausfallssicherheit und mehr Performance garantiert. In dieser Qualität wird derStandard.at bei EUnet sicher auch die nächsten zehn Jahre und länger fortbestehen!

Dann wird das Internet allerdings mittels Funk auf tragbaren Endgeräten immer und überall in hoher Geschwindigkeit präsent sein und auch Telefonie, Fernsehen und Video unter Wahrung der digitalen Rechte vereinigen. IPv6 garantiert Übertragungsqualität, sichere Kommunikation und eine fixe Kontaktadresse für alles: egal ob Computer, Handy, Haushaltsgerät oder Erdenbürger. Das neue Internet wird - wie das alte - weiter unser Leben prägen und neu formen!

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