Scharfer Sparkurs bei Versicherungen

17. Februar 2005, 12:01
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Im Autobereich, aber auch bei Haushaltsversicherungen müssen sich die Kunden auf einige Innovationen gefasst machen

Wien - Nach Jahren hoher Verluste - vor allem durch eine harte Rabattschlacht, die Ladytarife und Landwirtbonus hervorbrachte - hoffen die Kfz-Versicherungen in Österreich nun wieder auf erste Gewinne.

Mit Reparaturen im Ausland und alternativen Reparaturmethoden sollen überdurchschnittliche Preissteigerungen der Werkstätten ausgeglichen werden, sagt etwa der Generaldirektor der VAV-Versicherung, Norbert Griesmayr.

Ablöse von Schäden wird forciert

Er hat etwa mit einem ganzen "Paket" an Kostensenkungen den Gewinn um 21 Prozent gesteigert. So werden Autowracks im Internet über eigene Börsen verkauft - was Mehrerlöse von 480.000 Euro brachte. Auch die Ablöse von Schäden wird forciert: "Wir bieten einem Kunden die Ablöse eines Schadens, der ursprünglich auf 1000 Euro kommt, um 800 Euro an, nennen aber gleichzeitig auch eine österreichische Werkstätte, wo der Schaden nach allen vorgeschriebenen Qualitätskriterien um 600 Euro behoben wird. Wir sparen, und der Kunde verdient sogar noch etwas dabei." Auch die Gründung eigener Werkstätten - so wie Krankenversicherer bereits auch Privatspitäler besitzen und betreiben - sei denkbar: "Dazu haben wir aber noch keinen Partner gefunden", so Griesmayr.

Ein neuer Trend bei fast allen heimischen Versicherungen ist die immer feinere Segmentierung der Risikogruppen. Das hat bereits - wie berichtet - zur Folge, dass beispielsweise 18 Jahre alte Führerschein-Neulinge kaum mehr bei einer Versicherung problemlos unterkommen - und wenn, dann nur zu sehr hohen Prämien. "Ein 18-jähriger Wiener, der einen Golf GTI fährt, ist schlicht der Albtraum der Versicherungen", meint ein Mödlinger Makler. Hingegen kann ein 40-jähriger Beamter am Land sicher unter vielen Angeboten wählen.

Die "Bereinigung" der Risikogruppen um Hochrisikofahrer bringt jedoch sehr oft nicht das, was es versicherungsmathematisch bringen müsste: die Verbilligung für alle anderen. "Das ist eine stille Preiserhöhung, die natürlich niemandem auffällt", meint ein anderer Makler.

Doch nicht nur bei Autoversicherungen ist die Segmentierung zu bemerken: Auch bei den zuletzt durch viele Einbrüche unter Druck gekommenen Haushaltsversicherungen wird verstärkt auf die Ausstattung wie einbruchssichere Türen geachtet. (Michael Moravec, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10.2.2005)

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