EU setzt auf Institut für Gleichstellung

10. Februar 2005, 11:09
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Lohnunterschiede verringern als Ziel

Die Zahlen haben sich seit Jahren kaum verändert: Frauen ist es zwar gelungen, Männer am Bildungssektor abzuhängen - EU-weit schließen mehr Frauen ein Studium oder eine höhere Ausbildung ab als Männer. Das ändert aber nichts daran, dass Frauen bei der Bezahlung hinterherhinken: EU-weit verdienen sie um 15 Prozent weniger als Männer. Am geringsten sind die Gehaltsunterschiede in Portugal und Italien. Österreich ist Spitzenreiter - hier und in Großbritannien sind die Differenzen am größten.

"Hilfestellung"

EU-Sozialkommissar Vladimír Spidla hat die Präsentation dieses Berichts über die Gleichbehandlung zum Anlass genommen, energisch Fortschritte einzufordern. Er will ein eigenes Institut für die Gleichstellung von Männern und Frauen einrichten. Dieses Institut soll, so Spidla am Mittwoch, den Fortschritt der Mitgliedstaaten auf dem Weg zur Gleichberechtigung überprüfen und "Hilfestellung" bei der Umsetzung von Brüsseler Initiativen geben. Außerdem soll das Institut Vorzeigemodelle lancieren und als Drehscheibe für den Erfahrungsaustausch zwischen den EU-25 fungieren.

Die Gleichstellung von Männern und Frauen ist einer der wenige Bereiche in der Sozialpolitik, in der die Brüsseler Behörde echte Kompetenzen hat. Sie hat die Antidiskriminierungs- und die Gleichbehandlungsgesetze verordnet. Nun macht sie Druck auf die Mitgliedstaaten, das verordnete Prinzip "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" auch zu befolgen - und kritisiert etwa in Österreich die Tarifpolitik der Sozialpartner. (eli/DER STANDARD, Printausgabe 10.02.2005)

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