Bank Burgenland verlässt die Börse

17. Februar 2005, 09:40
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Streubesitz wird bar abgegolten - Angeboten werden 21 Euro je Aktie - Weg frei für Privatisierung

Eisenstadt - Die Aktien der Bank Burgenland werden von der Börse genommen und damit der Weg zum Verkauf der Bank geebnet. Das Land, das über 90 Prozent der Aktien hält, wird den Streubesitz von 6,79 Prozent bar abfinden. Angeboten werden 21 Euro je Aktie, das liegt um 4,5 Prozent unter dem Schlusskurs vom Dienstag von 22 Euro. Dem Land kostet der Aktienrückkauf 3,66 Mio. Euro. Insgesamt wird die Bank mit 53,9 Mio. Euro bewertet.

Privatisierung für heuer geplant

Für den Vorstandschef der Bank, Wolfgang Ulrich, ist die Entscheidung des Landes "folgerichtig und vernünftig", wenn man die Absicht zur Privatisierung der Bank ernst nehme. Ob er glaube, dass der Privatisierungsprozess noch heuer wieder anläuft? "Ich höre, dass die Regierung das wünscht", sagte Ulrich. Jedenfalls sei anzunehmen, dass ein Käufer es vorziehe, eine Bank zu übernehmen, die im Totalbesitz des Verkäufers stehe. Ulrich betrachtet die Bank Burgenland seit wenigen Wochen als endgültig saniert.

"Ja, sie ist mit dem am 16. Dezember beschlossenen Maßnahmenpaket zur Beseitigung der letzten Altlasten saniert, nach vier Jahren", sagt der Bankchef. Wären nicht die im Vorjahr aufgetauchten - und vom Land übernommenen - Belastungen durch frühere Swap-Geschäfte entstanden, "wären wir schon früher durch gewesen", meint Ulrich. Die Bank beschäftigt 400 Mitarbeiter. Vor vier Jahren brachte der Zusammenbruch der Howe-Gruppe (Hom-Rusch) riesige Wertberichtigungen und die Bank an den Rand der Pleite, das Land musste mit Garantien von mehreren hundert Millionen Euro einspringen. (red)

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