Medien fechten Geheimhaltung im Jackson-Prozess an

16. Februar 2005, 13:43
posten

Anklageschrift und Durchsuchungsbefehl sollen veröffentlicht werden

Amerikanische Medien wollen erreichen, dass bisher unter Verschluss gehaltene Informationen zum Prozess gegen Popstar Michael Jackson öffentlich gemacht werden. Vor einem Bezirksberufungsgericht in Kalifornien war zu diesem Zweck am Mittwoch eine Anhörung geplant, in der ein Anwalt der Nachrichtenagentur AP sowie mehrerer Zeitungen und Fernsehsender das den Anwälten auferlegte Redeverbot gegenüber den Medien anfechten wollte. Ferner wollte Anwalt Theodore Boutrous ein Ende der Praxis von Anhörungen hinter verschlossenen Türen beantragen.

Die Medienunternehmen fordern darüber hinaus die Veröffentlichung mehrerer Gerichtsakten, die bislang nicht oder nur in stark redigierter Form zugänglich sind. Dazu zählen unter anderem die Anklageschrift und der Durchsuchungsbefehl für Jacksons Neverland-Ranch vom November 2003.

Maß der Geheimhaltung sei "beispiellos"

Das Maß an Geheimhaltung, das den Prozess umgebe, sei beispiellos und erschwere es der Öffentlichkeit abzuschätzen, ob der Gerechtigkeit Genüge getan werde, sagte Anwalt Boutrous. Der für den Fall Jackson zuständige Richter Rodney Melville hat erklärt, die Geheimhaltung bestimmter Akten diene dazu, potenzielle Geschworene vor Beginn des eigentlichen Verfahrens nicht zu beeinflussen.

Die Auswahl der Geschworenen soll am kommenden Montag fortgesetzt werden. Jackson wird vorgeworfen, auf seiner Neverland Ranch einen damals 13-Jährigen mit Alkohol gefügig gemacht und dann sexuell missbraucht zu haben. Der Popstar hat die Vorwürfe zurückgewiesen. (APA/AP)

Share if you care.