Riesentorlauf am Donnerstag gesichert

10. Februar 2005, 09:40
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Nach Streik-Chaos am Mittwoch kann das Rennen mit 24-stündiger-Verspätung am Donnerstag gestartet werden

Bormio - Am "verflixten 13. Tag" der Alpinen Ski- Weltmeisterschaften herrschte in Bormio das Chaos. Um 9:00 Uhr, eine halbe Stunde vor dem geplanten Start des Herren-Riesentorlauf, wurde das Rennen abgesagt. Grund dafür war ein Streik der "RAI Lombardia", einer Regionalgruppe des staatlichen italienischen Fernsehens RAI.

Am Nachmittag erhielt die FIS dann die erlösende Nachricht: Rechte-Inhaber EBU und RAI garantieren für den restlichen Verlauf der Titelkämpfe keine weiteren Streiks - somit findet der Riesentorlauf mit 24-stündiger-Verspätung am Donnerstag um 9:30 und 13:30 Uhr statt.

Nur zwei Wochen nach dem Zeitnahmechaos in Schladming hat der Skisport damit einen weiteren schweren Imageschaden erlitten. Das leugnete auch FIS-Präsident Gianfranco Kasper nicht. Und das genau ein Jahr vor dem Startschuss der Olympischen Winterspiele 2006 - in Italien. Die FIS und die EBU kämpfen nun, um vertraglich einen derartigen Streik bei Olympia auszuschließen.

Kasper hatte zunächst von einem "illegalen Streik" gesprochen, "RAI Lombardia" bestätigte jedoch, dass der Streik gesetzkonform angemeldet und sogar auf RAI-Bussen angekündigt worden ist. Um am Donnerstag eine RAI-unabhängige Übertragung garantieren zu können, formierte sich ein "Notfallteam" bestehend aus den TV-Anstalten aus Österreich (ORF), Deutschland (ARD, ZDF) und der Schweiz (SF DRS), ehe RAI am Nachmittag die Übertragung endgültig bestätigte und einen Streik ausschloss.

Die Reaktion der Österreicher fiel gelassen aus. "Wir lassen uns nicht aus der Ruhe bringen, wir sind für Donnerstag bereit", verkündete Alpinchef Hans Pum. Das RTL-Quartett Maier, Schönfelder, Gruber und Raich sparte nicht mit süffisanten Kommentaren. Allen voran Rainer Schönfelder: "Ich würde diese WM als Gianfranco-Kasperl-Theater bezeichnen." Die großen Verlierer des Tages waren aber die Fans, die in der Nacht angereist waren. "Für diese Leute ist es ein größeres Problem als für uns", brachte es Hermann Maier auf den Punkt. (APA)

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