Telenor in Skandinavien in Schwierigkeiten

16. Februar 2005, 12:56
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Millionenschwere Abschreibungen auf Dänemark-Tochter Sonofon

Der norwegische Telekomkonzern Telenor ist bei seiner Expansion in Skandinavien in Schwierigkeiten geraten und muss millionenschwere Abschreibungen auf seine dänische Mobilfunktochter Sonofon vornehmen. Insgesamt belaufen sich die Buchverluste für seine dänischen und schwedischen Aktivitäten auf rund drei Mrd. norwegische Kronen (NOK / 358,2 Mio. Euro). So hat Telenor allein für Sonofon Abschreibungen in Höhe von 2,4 Mrd. NOK (286,6 Mio. Euro) vorgenommen, heißt es in einer entsprechenden Unternehmensaussendung.

Drei Milliarden dänische Kronen

Telenor hatte erst im Dezember 2003 rund drei Mrd. dänische Kronen (403,3 Mio. Euro) für die Komplettübernahme von Sonofon bezahlt. Die starke Konkurrenz auf dem dänischen Mobilfunkmarkt hat allerdings die Gewinne beim zweitgrößten Provider des Landes purzeln lassen. Im vergangenen Sommer sorgte der schwedische Telekomriese Telia mit der Übernahme des Dänemark-Geschäfts des französischen Providers Orange für eine Verschärfung der Wettbewerbssituation.

Billig

Telenor habe bisher stark von seinem internationalen Geschäft, vor allem von den Mobilfunktöchtern in Malaysia, Bangladesch, Russland und Ungarn, profitiert, kämpfe aber immer noch darum, sich in Skandinavien durchzusetzen, schreibt die Financial Times (FT). In Schweden hat Telenor über den virtuellen Betreiber "Djuice", der die Netze von Tele2 nutzt, den Einstieg in den Billigsektor gewagt. Die Entwicklung sei allerdings nur schleppend vorangekommen. Weil Telenor aber mit Tele2 zum Teil einen Festpreis ausgehandelt hatte, wird dem Konzern aus dem Vertrag ein Verlust von bis zu 562 Mio. NOK (67,1 Mio. Euro) entstehen.

"Wir müssen mehr Kunden und mehr Traffic bekommen"

Darüber hinaus hat das Unternehmen 75 Mio. NOK (neun Mio. Euro) auf Festnetzaktivitäten in Schweden abgeschrieben. "Wir müssen mehr Kunden und mehr Traffic bekommen", heißt es bei Telenor. Die Herangehensweise müsse erneuert werden. Ursprünglich hatte die Konsolidierung auf dem skandinavischen Markt für eine Entschärfung der Konkurrenzsituation sorgen sollen. Der Markteintritt des 3G-Providers 3 hat allerdings laut FT erneut einen Preiskampf hervorgerufen. (pte)

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