Internet-Piraterie: Franzöische Musiker treten gegen Musikindustrie auf

24. Februar 2005, 19:39
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Radioprinzip für Onlinemusik gefordert

Der Präsident der französischen Künstlervereinigung Adami, Bruno Ory-Lavollee, fordert die Legalisierung von Peer-to-Peer-Netzwerken, berichtet der Figaro. Die heftigen Debatten im Zuge der ersten Verurteilung eines Internet-Users, der illegal Musik herunter geladen hat, haben Frankreichs Musikerlandschaft in Gegner und Befürworter von einem radikalen Vorgehen gegen Musikpiraten gespalten. "Die Verurteilungen sind von keinem Nutzen", so Ory-Lavollee.

Movment

Deutlicher als in den USA und anderen Ländern formiert sich in Frankreich vor allem in den Reihen der Künstler eine Bewegung, die sich gegen das harte Vorgehen der Musikindustrie gegen Gratis-Musik aus dem Internet und ihre Nutzer wendet. Ory-Lavollee sucht nach einer friedlichen Möglichkeit das Problem aus der Welt zu schaffen. Dies sei seiner Meinung nach durch die Legalisierung der Peer-to-Peer-Netzwerke zu erreichen, ohne jedoch die Rechte der Urheber zu verletzen. Dazu schlägt er ein ähnliches Prinzip vor, nach welchem Künstler auf Radiosendern abgespielt werden dürfen. Die Musikproduzenten verweigern vehement diese Möglichkeit.

Realitäten

Adami argumentiert weiter, dass die Urhebergesetze der rasanten Technologieentwicklung angepasst werden müssen. Ory-Lavollee bedauert, dass die Produzenten sich aber auf eben diese veralteten Gesetze, die längst nicht mehr der Realität entsprechen, berufen. "Heute werden Millionen von Songs ohne jegliche Kontrolle ausgetauscht. Mit dieser Realität konfrontiert fordern wir eine gerechte Entschädigung der Künstler und eine kollektive Verwaltung ermöglicht eine gerechte Verteilung entsprechend den herunter geladenen Musiktiteln", so Ory-Lavollee. (pte)

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