Abbas verhandelt mit libanesischer Hisbollah

10. Februar 2005, 16:07
1 Posting

Schiitenmiliz soll Waffenruhe respektieren

Ramallah - Palästinenserpräsident Mahmud Abbas (Abu Mazen) hat einen ranghohen Berater zu Gesprächen mit der Schiitenbewegung Hisbollah in den Libanon entsandt. Mit der Mission des Abbas-Mitarbeiters Abdel Fattah Hmayel wolle der Palästinenserpräsident erreichen, dass die Hisbollah ihre finanzielle Unterstützung von militanten palästinensischen Gruppen zumindest vorerst einzustellen. Die schiitische Organisation solle der aktuellen Waffenruhe "eine Chance geben".

Den Angaben zufolge soll in der kommenden Woche das hochrangige Fatah-Mitglied Abbas Zaki mit dem gleichen Anliegen in den Libanon reisen. Die Hisbollah versuche derzeit über verschiedene militante Palästinenserorganisationen, Angriffe auf Israel verstärken zu lassen, sagte ein ranghoher Sicherheitsmitarbeiter von Abbas. Dabei wolle die Hisbollah nicht nur auf religiöse, sondern auch auf säkulare Gruppierungen wie die Al-Aksa-Brigaden und die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) Einfluss zu nehmen.

Beim Nahost-Gipfel am Dienstag im ägyptischen Sharm el-Sheikh hatten Abbas und der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon einen gegenseitigen Gewaltverzicht verkündet. Über die schiitische Hisbollah werden seit langem Gelder an sunnitische Palästinenserorganisation für deren militanten Kampf geleitet. Die Schiitenmiliz selbst hat seit mehr als vier Jahren praktisch keine Militäroffensive aus eigener Initiative mehr gegen israelisches Gebiet gestartet, tut sich aber regelmäßig mit beschränkten bewaffneten Reaktionen auf angebliche israelische Grenzverletzungen hervor. Die Hisbollah ("Partei Gottes") ist seit 1991 im libanesischen Parlament in Beirut vertreten. (APA)

Share if you care.