Salzburg: Olympiakonzept mit vielen offenen Fragen

11. Februar 2005, 15:49
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Bewerbungskommission verspricht Millionengewinn, Gegner fürchten Grünlandverluste

Salzburg - Erhält die Stadt Salzburg 2007 vom Internationalen Olympischen Komitee den Zuschlag für die Austragung der Winterspiele 2014, dann winkt ein Millionenüberschuss. Das prophezeit zumindest der Chef der Bewerbungskommission, Gernot Leitner. Er hat einen Gewinn von 121 Millionen Euro errechnet.

Gewinn-Kalkulationen

Leitner hat auf Basis der Schätzungen für die Spiele 2010 im kanadischen Vancouver Einnahmen von 1,25 Milliarden Euro kalkuliert. 750 Millionen sollen allein die TV-Rechte bringen. Dem gegenüber stehen Ausgaben von über 1,1 Milliarden Euro. Davon entfallen 335 Millionen auf Sportstätten und die Olympischen Dörfer. Rund 800 Millionen soll die Durchführung des Großereignisses selbst kosten.

Wesentlichster Unterschied zur gescheiterten Bewerbung für 2010 ist der Wegfall von Kitzbühel als Austragungsort. Damit reduzieren sich die Entfernungen von der Host-City Salzburg zu den Sportstätten auf maximal 69 Kilometer nach Altenmarkt-Zauchensee (Pongau). Hier sollen die alpinen Speed-Bewerbe der Damen abgehalten werden.

Bewerbe auch in Flachau

Neben Zauchensee würden weitere Ski- und Snowboard-Bewerbe in Flachau stattfinden. Langlauf und Biathlon käme nach Radstadt und Altenmarkt, Skispringen und Nordische Kombination nach Bischofshofen. Für Bob, Rodel und Skeleton ist die Bahn im bayerischen Königssee vorgesehen. Königssee wäre übrigens auch bei einer Bewerbung Münchens für 2014 mit im Boot. In der Stadt Salzburg selbst sowie in Hallein müssten für die Eisbewerbe zahlreiche Hallen neu gebaut oder bestehende adaptiert werden. Die Medien fänden im Messezentrum ein Zuhause.

Offene Fragen

Während das Grobkonzept für die Sportstätten - aufbauend auf bestehenden Strukturen - weniger Fragen offen lässt, ist für die Olympischen Dörfer vieles unklar. Ein temporäres Dorf mit 1600 Betten ist für Altenmarkt geplant. Für die Landeshauptstadt selbst heißt es: "Standort und Details werden erst nach der Nominierung entwickelt!"

Der Platzbedarf für das 2500 Betten zählende Olympische Dorf in der Stadt Salzburg ist mit 20 Hektar enorm. Aus den Reihen der Olympiakritiker ist jetzt schon die Befürchtung zu hören, dass für den Bau geschütztes Grünland geopfert werden müsste. (neu, DER STANDARD - Printausgabe, 11. Februar 2005)

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