Wie gespucktes Gift sein Ziel findet

12. Februar 2005, 15:00
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Studie: Durch blitzschnelle Kopfbewegungen treffen Speikobras sehr häufig die Augen des Gegners

Bonn - Speikobras spucken Angreifern einen ätzende Giftcocktail ins Gesicht - und wollen dabei gezielt die Augen treffen. Das fanden Bonner Zoologen heraus, wie die Universität Bonn am Mittwoch berichtete. Die Wissenschaftler haben ihre Ergebnisse beim "Journal of Comparative Physiology" zur Veröffentlichung eingereicht.

Die Kobras versuchten ihre Trefferquote dadurch zu maximieren, dass sie den Kopf hin und her bewegen, während sie das Gift blitzschnell aus ihren Fangzähnen herausschießen. So verteile sich das Gift besser. Der ganze Vorgang dauere durchschnittlich nur eine Zwanzigstel Sekunde und sei mit bloßem Auge nicht zu sehen.

Nervengifte

Häufig treffe das Gift auch tatsächlich die Augen des Gegners und könne dort zur Erblindung führen. Der Toxincocktail bestehe aus Nervengiften, enthalte aber auch Bestandteile, die das Gewebe schädigen. Durch einen feinen Kanal in ihren Giftzähnen könnten die Schlangen die Flüssigkeit unter hohem Druck wegspritzen.

Kobras spuckten aber nur, wenn sie sich bedroht fühlten und nicht, um Beute zu machen, erläuterte der Zoologe Guido Westhoff. Ihre Beute erlegten sie wie andere Giftschlangen auch, indem sie ihnen mit einem Biss ihr Gift injizierten, das dann im Kreislauf seine tödliche Wirkung entfalte. Menschen gehörten nicht zu ihrem Beutespektrum. (APA/dpa)

  • Eine rote Mosambik-Speikobra
    foto: uni bonn/guido westhoff

    Eine rote Mosambik-Speikobra

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