Regierung will Donau-Verkehrsvolumen verdreifachen

13. Februar 2005, 18:55
2 Postings

Für die Donau-Güterschifffahrt sollen die Schifffahrtswege vertieft und die Fließgeschwindigkeit erhöht werden

Wien - Die österreichische Regierung hat sich viel für die Donau vorgenommen. Bis 2015 soll die Donauschiffahrt" das Verkehrsvolumen auf der Donau beinahe verdreifachen. Zentrale Bestandteile des Planes sind die Vertiefung der Schifffahrtswege, die Einführung des Schifffahrts-Informationssystems DoRIS und die Entwicklung der Häfen zu Logistikzentren, so Verkehrs-Staatssekretär Helmut Kukacka (V) am Mittwoch vor Journalisten.

Wieviel das Österreich kosten soll, stehe noch nicht fest. Kukacka geht aber davon aus, dass 20 bis 50 Prozent der Mittel von der EU kommen. Die Kosten für Planung und Umwelt seien gering und von Finanzminister Karl-Heinz Grasser (V) bereits abgesegnet worden.

2003 wurden auf der Donau in Österreich knapp 11 Mio. Tonnen transportiert, bis 2015 sollen es rund 30 Mio. Tonnen sein. Eine wesentliche Voraussetzung dafür sei eine Vertiefung der zentralen Schifffahrtsrinnen auf 2,70 Meter. Laut Angaben des Infrastrukturministeriums würde ohne Maßnahmen der Schiffstransport bis 2015 lediglich um vier Mio. Tonnen anwachsen. Würden die Schritte ohne eine Vertiefung der Fahrrinne erfolgen, würde der Anstieg acht Mio. Tonnen betragen, mit Rinnenvertiefung rund 18 Mio. Tonnen.

Fließgeschwindigkeit

Im Verkehrsministerium betont man, dass die Vertiefung nicht durch Baggerungen sondern durch die Einlagerung von Schotter zur Stabilisierung der Sohle erreicht werden soll. Dadurch komme es teilweise zu einer Verengung der Wasserrinne, wodurch sich die Fließgeschwindigkeit der Donau erhöht und damit die Rinne vertieft. Auf 85 Prozent der Strecke seien keinerlei Maßnahmen nötig, so das Infrastrukturministerium.

Kritik von Umweltschützern

Eine Senkung der Donausohle wird jedoch von Umweltschützern heftig kritisiert. Dies würde "nur der Erfüllung der Wünsche der Bau- und Transportlobby" dienen und habe mit Naturschutz nichts zu tun, hatte Greenpeace-Verkehrssprecher Jurrien Westerhof in der Vergangenheit kritisiert. Das Transitproblem werde so nicht gelöst, denn mehr Transport per Schiff bedeute nur weniger Auslastung für die Bahn, aber nicht weniger Lkw auf der Straße, so die Kritik. (APA)

Share if you care.