Ermittlungen gegen früheren SS-Mann wegen Mordes an Juden

10. Februar 2005, 19:16
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Heute 83-Jähriger soll in der Ukraine an Erschießung von Juden im Jahr 1941 beteiligt gewesen sein

Göttingen - Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat ein Ermittlungsverfahren wegen Mordes gegen einen 83-jährigen ehemaligen SS-Angehörigen eingeleitet, der 1941 in der Ukraine jüdische Zivilisten erschossen haben soll. In einem Interview, das die BBC am 11. Jänner ausgestrahlt habe, habe der 83-Jährige aus Göttingen die Beteiligung an der Erschießung von Juden im Frühjahr oder Sommer 1941 in der Ukraine selbst zugegeben, sagte am Mittwoch der Sprecher der Göttinger Staatsanwaltschaft, Hans-Hugo Heimgärtner.

Nach der Prüfung einer Aufzeichnung des BBC-Interviews gehe man von einem Anfangsverdacht wegen Mordes aus, sagte der Oberstaatsanwalt weiter. Die Ludwigsburger Zentralstelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen habe nach der Fernsehsendung zunächst die Staatsanwaltschaft München um Vorermittlungen gegen den ehemaligen SS-Mann gebeten. Diese seien jedoch später nach Göttingen, den Wohnort des 83-Jährigen, abgegeben worden.

In dem Interview gab der 83-Jährige nach Angaben des Oberstaatsanwalts nicht nur die Beteiligung an einer Massenerschießungen von Juden zu. Er erklärte auch, keine Gefühle für die Opfer und einen großen Hass gegenüber Juden im Allgemeinen gehabt zu haben. (APA/AP)

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