Russische Rüstungsexporte stagnieren

10. Februar 2005, 16:04
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Weltweit größter Waffenexporteur klagt über mangelnde Investitionen

Moskau - Russland, der weltweit größte Rüstungsexporteur, hat seine Waffenausfuhren im vergangenen Jahr mit 5,78 Milliarden US-Dollar (4,53 Milliarden Euro) im Vergleich zum Jahr 2003 mit 5,57 Milliarden Dollar (4,36 Milliarden Euro) kaum gesteigert. Wegen fehlender Investitionen in die veraltete russische Rüstungsindustrie sei bei knapp sechs Milliarden Dollar die Obergrenze für Exporte erreicht, warnte der Generaldirektor des staatlichen Hauptexporteurs Rosoboronexportam Mittwoch in Moskau. Sein Konzern allein habe 2004 Waffen aller Art für 5,12 Milliarden Dollar (4,01 Milliarden Euro) exportiert, sagte Sergej Tschemesow.

Wichtigste Käufer russischer Waffen waren im Vorjahr erneut China mit einem Anteil von 40 Prozent der Ausfuhren und Indien (34 Prozent). Mehr als die Hälfte der Rüstungsexporte entfielen auf Luftwaffenausrüstung und Flugtechnik. Russland exportiert derzeit nach Angaben des schwedischen Forschungsinstitutes SIPRI mehr Waffen als die 25 Staaten der Europäische Union oder die USA und dominiert den weltweiten Rüstungsmarkt wieder ähnlich wie zu Sowjet-Zeiten.

Russische Rüstungsgüter seien zwar konkurrenzfähig, "doch wir verkaufen vor allem Waffen, die in den 70er und 80er Jahren entwickelt wurden", sagte Tschemesow, "Die Konstrukteurbüros haben sehr ernst zu nehmende Erfindungen auf Lager, aber den Fabriken fehlt es an Mitteln, um eine Produktion aufzubauen." Rosoboronexport wolle deshalb zunächst das Geschäft mit Ersatzteilen und im Bereich Wartung weiter ausbauen, fügte Tschemesow hinzu.

Bei einem Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin hatte der vor zehn Monaten ernannte Generaldirektor und Ex-Mitarbeiter des Kreml, ein Exportmonopol für seine Rosoboronexport gefordert. Gleichzeitig verlangte er Aufsichtsratsmandate seines Konzerns bei den anderen russischen Rüstungsproduzenten, um dort die Interessen des Exports besser vertreten zu können. (APA/dpa)

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