Bahn-Chef Huber: "Wir haben noch 8.000 Frühpensionierungen gut"

23. Februar 2005, 13:09
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ÖBB-Vorstand weist Kritik der Regierung zurück: Republik hat wesentlich mehr Bedienstete frühpensioniert

Wien - Neben Abfertigung will der ÖBB-Vorstand zum Abbau von über 50-jährigen Mitarbeitern auch weiterhin die Möglichkeit der Frühpensionierung ausschöpfen. ÖBB-Chef Martin Huber stellt sich dabei auch gegen die Regierung.

In den vergangenen drei Jahren hätten wegen Alterspension, gesundheitlichen Gründen und auf Basis der spezifischen Frühpensionierungsbestimmungen für die Bahn in Summe 2.000 Mitarbeiter die ÖBB verlassen.

10.200 Frühpensionisten

Die Republik Österreich habe im selben Zeitraum 10.200 Mitarbeiter frühpensioniert. "Da hab ich noch 8.000 gut", sagte Huber im Gespräch mit der APA.

Dies habe er auch "den maßgeblichen Politikern schon gesagt". Die Politik habe das "zur Kenntnis genommen", so Huber. Klares Ziel der ÖBB sei es aber nach wie vor, so wenige Mitarbeiter wie möglich in Frühpension zu schicken.

Konkret sind seit 2001 rund 4.500 Pflichtschullehrer, 2.100 Lehrer Höherer Schulen, 2.100 Verwaltungsbeamte und 1.500 Bundesheer-Beamte in vorzeitigen Ruhestand gegangen. In dieser Rechnung noch nicht berücksichtigt sind Frühpensionierungen bei Post und Telekom. Das Bundeskriminalamt (BKA) hatte bei der Post 2003 1.611 Frühpensionierungen unter die Lupe genommen, bei Telekom Austria standen damals 1.301 vorzeitige Ruhestandsversetzungen auf dem Prüfstand.

"Bessere und auch günstigere Vorgangsweise"

"In keinster Weise habe ich etwas von einer derartig hellen Empörung mitbekommen, wie das jetzt bei uns der Fall war", meint der Bahn-Chef. Darüber hinaus gebe es "namhafte Arbeitsmarktexperten, die diese Maßnahme nicht nur aus der volkswirtschaftlichen Betrachtung, sondern auch aus der Betrachtung des gesamtwirtschaftlichen Gefüges als die wesentlich bessere und auch wesentlich günstigere Vorgangsweise einstufen".

Wenn man die Frühpensionierung oder den Kündigungsschutz lockern wolle, sei das Sache der Politik. Das Management habe mit den gegebenen Rahmenbedingungen seine Ziele zu erreichen. "Wir nützen die Rahmenbedingungen, die wir haben", so Huber. (APA)

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