Mölzer: Gedenkveranstaltung für "Opfer des alliierten Bombenterrors"

11. Februar 2005, 11:07
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FPÖ-Abgeordneter im EU-Parlament: Soll "getragen von allen Nationen Europas" in Dresden stattfinden

Wien - FPÖ-Europaabgeordneter Andreas Mölzer fordert eine Gedenkveranstaltung für die "Opfer des alliierten Bombenterrors" im Zweiten Weltkrieg. Die Veranstaltung sollte "getragen von allen Nationen Europas" in Dresden stattfinden, heißt es in einer Aussendung Mölzers am Mittwoch. Der rechtsnationale Politiker hatte jüngst Aufsehen erregt, als er eine Resolution des Europaparlaments zu Ehren der Opfer des Nazi-Vernichtungslager Auschwitz nicht mittragen wollte.

Die britische Luftwaffe habe den "Vernichtungsbefehl" ihres Premierministers Winston Churchill am gründlichsten in Dresden ausgeführt, doch auch zahlreiche österreichische Städte hätten im Februar 1945 "ungeheure Opfer in der Zivilbevölkerung" beklagen müssen, schreibt Mölzer. Der EU-Abgeordnete behauptet in der Aussendung, dem britischen Luftangriff auf die deutsche Stadt seien am 13. Februar 1945 275.000 Menschen zum Opfer gefallen. "Wenn man heuer europaweit der Schrecken des Krieges gedenkt, dann darf es einfach nicht sein, dass man die Opfer des alliierten Bombenterrors dabei vergisst."

Er lobte die Verneigung der britischen Königin Elizabeth II bei ihrem jüngsten Deutschlandbesuch vor den Opfern des Dresdner Bombardements als "ersten Schritt in die richtige Richtung". Es würde aber der EU gut tun, wenn sie "gerade in diesem Jahr" ein eindeutiges Zeichen setzen würde. "Das wäre wichtig für die Weiterentwicklung der viel beschworenen europäischen Werte", meint Mölzer.

Der FPÖ-Politiker hatte sich allerdings am 27. Jänner von der im Europaparlament am 60. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz beschlossenen Resolution zu Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit distanziert, weil sie seiner Meinung nach für tagespolitische Zwecke missbraucht worden sei. Er habe an der Gedenkminute für die Opfer von Auschwitz "mit tiefer Trauer", nicht aber an der Abstimmung teilgenommen. Die Republik Österreich trage nämlich "keine Mitverantwortung" für die in Auschwitz begangenen Verbrechen. (APA/red)

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