Präsident Gnassingbe kündigt Amnestie für Exil-Opposition an

11. Februar 2005, 20:30
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Afrikanische Union berät über Lage nach Machtübernahme - In seiner ersten Ansprache an die Nation kündigte Gnassingbe Parlamentswahl an

Lome/Nairobi - Nach heftiger internationaler Kritik an den Umständen des Machtwechsels hat der neue Präsident von Togo, Faure Gnassingbe, "so bald wie möglich" Wahlen versprochen. Den Oppositionspolitikern im Exil versprach er am Mittwoch zugleich Amnestie bei ihrer Rückkehr in ihr westafrikanisches Heimatland. Es war das erste Mal seit der Amtsübernahme von seinem Vater, dass Gnassingbe sich über die staatlichen Medien an das Volk wandte.

Aus Protest über hastige Verfassungsänderung, die diesen Machtwechsel nachträglich legalisierte, blieben am Dienstag und Mittwoch zahlreiche Geschäfte in der Hauptstadt Lome geschlossen. Der bisherige Präsident Gnassingbe Eyadema war am Samstag nach 38 Jahren an der Staatsspitze gestorben.

Unterdessen kamen in Niger neun westafrikanische Staatschefs zusammen, um über die Lage in Togo zu beraten. Die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) erklärten, dass sie die neue Regierung unter Faure Gnassingbe nicht anerkennen wollten. Sie wollen eine Delegation nach Togo senden. Die Afrikanische Union (AU) brandmarkte diese Vorgehen als Staatsstreich. Auch die EU hat die Machtübernahme in Togo als "Staatsstreich" verurteilt.

(APA/dpa)

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