Schlaganfall: Unterbrechung einer Therapie mit Acetylsalicylsäure nicht empfohlen

14. Februar 2005, 20:41
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Studie stellt erhöhtes Rückfallrisiko fest

Lausanne - Schlaganfallpatienten, die die regelmäßige Einnahme des blutverdünnenden Wirkstoffes Acetylsalicylsäure (ASS) unterbrechen, haben ein erhöhtes Rückfallrisiko. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Mittwoch veröffentlichte Studie der Universität Lausanne (Schweiz) mit 618 Patienten, die auf einer Konferenz in den USA vorgestellt wurde.

Werde ein Medikament wie Aspirin beispielsweise für eine Operation vorübergehend abgesetzt, steige das Risiko eines erneuten Schlaganfalls um das Dreifache und damit auch das Risiko für einen Herzinfarkt. Die vom Bayer-Konzern verbreitete Studie belegt damit ein häufig beobachtetes Phänomen.

Empfehlung

Bei den betroffenen Patienten kommt es in der Regel innerhalb der ersten acht bis zehn Tage nach dem Absetzen von ASS zu wiederholten Schlaganfällen. Als Konsequenz empfehlen die Wissenschafter nun, bei kleineren Eingriffen die tägliche Medikamenteneinnahme nicht zu unterbrechen, auch wenn dadurch die Blutungsneigung geringfügig steige.

Zu ähnlichen Ergebnissen kam auch ein Forscher-Team des Pasteur-Hospitals im französischen Nizza. Demnach war bei den Patienten, die das Medikament vorübergehend absetzten, die Reinfarkt-Rate mit 39 Prozent mehr als doppelt so hoch wie in der Gruppe der Patienten, deren ASS-Therapie fortgesetzt wurde. (APA)

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