Erez-Übergang zum Gazastreifen wieder geöffnet

9. Februar 2005, 20:22
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Ägypten: Rückkehr des Botschafters nach Israel "Frage der Zeit"

Jerusalem/Kairo - Einen Tag nach Vereinbarung einer Waffenruhe mit den Palästinensern hat Israel am Mittwoch den Erez-Übergang zum Gazastreifen wieder geöffnet. Damit solle palästinensischen Arbeitskräften die Einreise nach Israel ermöglicht werden, meldete der Armeesender. Zunächst erhielten etwa tausend Arbeiter und weitere 500 Händler Einreisegenehmigungen. Die Wiedereröffnung ist eine von mehreren Gesten, die Israel in den kommenden Wochen plant. Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon und der palästinensische Präsident Mahmud Abbas hatten am Dienstag in Sharm el Sheikh eine Waffenruhe vereinbart.

Israel wolle ferner die Besuchsrechte palästinensischer Häftlinge verbessern und etwa 400 Mitarbeitern internationaler Hilfsorganisationen das freie Reisen in den Palästinensergebieten ermöglichen, hieß es. Die Palästinenser fordern allerdings viel weiter gehende Zugeständnisse von Israel, darunter die Freilassung aller etwa 8.000 Häftlinge in israelischen Gefängnissen.

Der ägyptische Außenminister Ahmed Abul Gheit sagte indes, die Rückkehr des Kairoer Botschafters nach Israel sei nur noch "eine Frage der Zeit". "Der Auftrag des ägyptischen Botschafters in Israel unterscheidet sich nicht von dem irgendeines anderen Botschafters, er wird den Interessen seines Landes dienen", sagte Gheit am Mittwoch vor Reportern in Kairo.

Nach dem Gipfel zwischen Abbas und Sharon hatte er die Rückkehr des Botschafters angekündigt, der nach Beginn des Palästinenseraufstands im Herbst 2000 aus Tel Aviv abberufen worden war, um gegen das Vorgehen der israelischen Armee zu protestieren. Bereits Anfang Dezember hatte Kairo die Rückkehr des Botschafters in Aussicht gestellt. Ungeachtet des Friedensvertrages von 1979 waren die Beziehungen zwischen beiden Ländern in den vergangenen Jahren sehr frostig.

Gheit war am Mittwoch auch mit der Schweizer Außenministerin Micheline Calmy-Rey zusammengetroffen. Calmy-Rey sicherte dabei ihre Unterstützung für einen nachhaltigen Frieden im Nahen Osten zu und bezeichnete den israelischen Gaza-Rückzugsplan als "wichtigen Test". Der Rückzug werde nur erfolgreich sein, wenn die Grundbedürfnisse der Bevölkerung sichergestellt werden könnten. In diesem Zusammenhang erörterte Calmy-Rey mit ihrem ägyptischen Kollegen den Schweizer Vorschlag, eine Expertengruppe einzusetzen. Sie soll Regeln für den Zugang der Palästinenser zu Arbeitsplatz, Waren und Gütern festlegen. (APA/dpa/sda)

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