Hamburger Gericht hofft im Motassadeq-Prozess auf FBI-Akten

10. Februar 2005, 13:25
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Antwort auf ein neues Rechtshilfeersuchen "auf dem Weg"

Hamburg - Im Prozess gegen den als Helfer der Attentäter vom 11. September 2001 angeklagten Mounir el Motassadeq hofft das Hanseatische Oberlandesgericht in Hamburg auf weitere Unterlagen der US-Bundespolizei FBI. Die Antwort auf ein neues Rechtshilfeersuchen sei "auf dem Weg", sagte der Vorsitzende Richter Ernst-Rainer Schudt am Mittwoch in Hamburg.

Vor zwei Wochen hatte das Gericht nach einer Aussage des FBI-Agenten Matthew Walsh die USA um die Übersendung von Erkenntnissen zu Motassadeq gebeten. Auch die Genehmigung zur Verwendung von FBI-Informationen über ein jemenitisches Konto in dem Hamburger Verfahren steht noch aus. Die Erkenntnisse der US-Ermittler dazu liegen der Bundesanwaltschaft bereits schriftlich vor. Kommende Woche soll der Staatsanwalt, der den ersten Prozess gegen Motassadeq geführt hatte, aussagen.

Der Marokkaner El Motassadeq war 2003 in Hamburg als weltweit erster Angeklagter wegen Beteiligung an den Anschlägen des 11. September 2001 zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil später aber auf und erklärte, möglicherweise entlastende Zeugenaussagen seien nicht berücksichtigt worden. Nun verhandelt ein anderer Strafsenat des Oberlandesgerichtes erneut über den Fall.

Bei den Anschlägen mit entführten Verkehrsflugzeugen in New York und Washington waren 2001 fast 3.000 Menschen getötet worden. (APA/Reuters)

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