US-Ehrenkodex für Mundpropaganda

23. Februar 2005, 14:27
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Unternehmen setzen vermehrt auf Buzz Marketing

Die Chicagoer Word of Mouth Marketing Association (WMMA) wird heute, Mittwoch, einen Verhaltenskodex mit Richtlinien für Mundpropaganda-Marketing ankündigen. Die junge Werbeagentur möchte mit diesem Schritt den Ruf dieser sich stark ausbreitende Werbeform wahren. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, sind einige der Methoden, derer sich das Buzz oder Viral Marketing bedient, von Verbraucherschützern in den USA heftig kritisiert worden.

"Irreführende Praktiken"

Zu den umstrittenen Methoden gehört beispielsweise die Anheuerung von Schauspielern, die sich in eine Menschenmenge mischen und über ein Werbeprodukt sprechen. "Diese Praktiken sind irreführend, da sie die Leute glauben machen, dass sie es mit einer Privatperson zu tun haben, es sich aber in Wirklichkeit um einen Lockvogel handelt", kritisiert Gary Ruskin von der US-Verbraucherschutzorganisation Commercial Alert.

Zu den Regeln der WMMA gehört, dass Personen, die ein Produkt bewerben, sich als solche auch erkenntlich machen und ihre wahre Identität sowie die Firma, für die sie arbeiten, nicht verheimlichen. Margaret Kessler von TMR Multimedia kann diesen Ehrenkodex aber nicht nachvollziehen. "Ich kann nicht verstehen, wie man einer Branche, die davon lebt, verdeckt zu arbeiten, solche Regeln aufzwingen kann." In die gleiche Kerbe schlägt Jon Bond, Mitbegründer von Kirshenbaum Bond & Partners, der dagegenhält, dass die Idee hinter dieser Werbeform ist, die Werbung nicht aussehen zu lassen wie Werbung.

Trend zu Buzz Marketing

Konzerne wie Procter & Gamble (P&G) oder Microsoft setzen vermehrt auf Buzz Marketing, das günstiger und wirksamer ist als die teuren konventionellen Werbeformen. Dabei unterstreichen beide Unternehmen die Freiwilligkeit von Konsumenten. So verschickt Procter & Gamble neue Produkte an 250.000 Jugendliche, denen es freisteht mit ihrer Familie oder Freunden über diese zu sprechen. P&G CEO Steve Knox findet es fraglich, ob es im Buzz Marketing Ethikrichtlinien geben soll, denn schließlich liegt es an den Konsumenten zu entscheiden, was sie am Markt haben wollen. (pte)

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