Nach Ostbörsen-Holding schon Türkei im Visier

17. Februar 2005, 10:38
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Buhl: Zunächst gemeinsam "kritische Masse" in Osteuropa erreichen - Danach auch Italien und Spanien im Visier

Wien - Nach Formierung der geplanten Allianzen mit zentral- und osteuropäischen Kapitalmärkten in den kommenden Jahren könnte für die Wiener Börse als nächstes die Türkei mit ihrem Finanzplatz Istanbul ins Blickfeld rücken, sagte Börse-Vorstand Michael Buhl im Gespräch mit der APA. Im Oktober 2005 wird die Europäische Union Beitrittsverhandlungen mit der Türkei aufnehmen.

Zunächst konzentriert sich die Wiener Börse auf Osteuropa, um dort mit anderen Börsen gemeinsam eine "kritische Masse" zu erreichen. Für den Einstieg bei der Börse Budapest im vergangenen Jahr, als HVB Hungary, Erste Bank, Raiffeisen, Kontrollbank und die Wiener Börse zusammen 68,8 Prozent der Budapester Börse übernommen haben, steht allerdings noch das grüne Licht der EU aus. "Wir erhoffen und erwarten, dass Brüssel uns relativ bald das endgültige Okay gibt." ´ Nischenplayer

Sobald die Ostbörsen-Allianz auf Schiene gebracht und man als Nischenplayer konsolidiert sei, werde die Wiener Börse eventuell Gespräche aufnehmen mit der Frankfurter Börse oder dem OM-Börsenverbund in Skandinavien oder mit südeuropäischen Börseplätzen in Italien oder Spanien.

Nach Budapest steht als nächster Schritt eine Lösung mit der Börse Warschau am Programm, wie die Börse-Chefs Stefan Zapotocky und Buhl im Jänner sagten. Aber auch mit den Aktienmärkten in Tschechien, der Slowakei, Slowenien, Rumänien, Bulgarien und Kroatien will man demzufolge in einer künftigen Börsen-Union kooperieren. Russland dagegen sei "schlicht und einfach zu groß", die Börse Moskau werde weiter eine eigene Entwicklung nehmen, glaubt Buhl. (APA)

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