Ski-WM in Bormio: Herren-Riesentorlauf wegen TV-Streik abgesagt

9. Februar 2005, 18:03
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Beim staatlichen italienischen Fernsehen RAI wurde für Mittwoch für die WM-Region Lombardei ein Generalstreik ausgerufen

Die WM der Pleiten, Pech und Pannen in Bormio hat am Mittwoch ihren (vorläufigen) Höhepunkt erreicht. Etwas mehr als eine halbe Stunde vor Beginn des Herren-Riesentorlaufs wurde das Rennen auf Grund eines TV-Streiks abgesagt - ein neuer Versuch soll am Donnerstag erfolgen. Für 10:30 Uhr war in Bormio eine Pressekonferenz der Europäischen Rundfunk Union (EBU) und des Internationalen Skiverbandes (FIS) angesetzt.

Beim staatlichen italienischen Fernsehen RAI wurde für Mittwoch für die WM-Region Lombardei ein Generalstreik ausgerufen, an den sich laut RAI-Angaben rund 80 Prozent der Arbeiter hielten. An eine WM-würdige Übertragung war daher nicht zu denken, die EBU informierte daraufhin die FIS. Den Arbeitern in der Lombardei geht es um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen.

Pum: "Habe so etwa noch nie erlebt"

"So etwas habe ich noch nie erlebt, noch dazu bei einem so schönen Wetter und eine halbe Stunde vor Rennbeginn. Schade, die Piste wäre perfekt gewesen", lautete der erste Kommentar von ÖSV-Alpinchef Hans Pum. Auch bei den Läufern, die ganz normal zur Besichtigung der Strecke auf den WM-Berg gefahren waren, herrschte das große Kopfschütteln vor. "Das passt zur WM, das ist das totale Chaos", meinte Kombi-Weltmeister Benjamin Raich.

Das Chaos hatte sich anscheinend schon angekündigt, das bestätigte auch Hans Pum. "Ich habe gestern Abend gehört, dass da etwas im Busch ist. Aber dass das Rennen wirklich abgesagt wird, konnte ich bis zuletzt nicht glauben", betonte der Oberösterreicher. Auch FIS-Renndirektor Günther Hujara sprach von einem historischen Tag - allerdings in negativer Hinsicht. "Ich habe schon sehr viel erlebt, aber das ist neu. Ich bin überzeugt, dass wir auch am Donnerstag beste Rennbedingungen garantieren können."

FIS: "Frustriert und verärgert"

FIS-Generalsekretärin Sarah Lewis war ebenfalls sehr enttäuscht über die Absage: "Wir sind sehr frustriert und verärgert. 156 Läufer haben genannt und waren bereit für das Rennen. Auch viele Fanclubs sind extra angereist, um hier dabei zu sein, denn der Riesentorlauf zählt zu den aufregendsten Events der WM." (APA)

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