Lazio vor der Pleite, Dortmund droht Auschluss von der Börse

18. Februar 2005, 16:24
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Lazio mit 150 Millionen Euro Steuerschulden schwer belastet - Borussia-Geschäftsführer Niebaum gibt auf

Rom/Frankfurt - Der italienische Fußball-Erstligist Lazio Rom steht wieder vor der Pleite. "Wenn uns das Finanzamt keine Umwandlung unserer Steuerschuld gestattet, wird Lazio Pleite gehen", sagte Klub-Präsident Claudio Lotito. Der abstiegsbedrohte Traditionsverein schuldet dem Finanzamt 150 Millionen Euro aus den Jahren 2002 bis 2004.

Seit Lotito den Club im Sommer vergangenen Jahres übernommen hat, hat Lazio dank eines strikten Sanierungskurses keine weiteren Schulden mehr angehäuft. Mit einer Finanzspritze von 21 Millionen Euro hatte der römische Bauunternehmer Lazio im vergangenen Juli vor der drohenden Insolvenz bewahrt.

Dortmund-Geschäftsführer Niebaum tritt zurück

Gerd Niebaum ist als Geschäftsführer des finanziell angeschlagenen deutschen Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund (BVB) zurückgetreten. Er wolle die Diskussion um seine Person beenden, die die sportliche Situation und die wirtschaftliche Konsolidierung des Vereins belaste. Der zweite Geschäftsführer Michael Meier werde die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA bis auf Weiteres alleine leiten, teilte der BVB am Mittwoch in Dortmund mit.

Ausschluss von der Börse droht

Dortmund droht nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" der Zwangsausschluss von der Börse. Der Verein hatte bei seinem Börsengang im Oktober 2000 verschwiegen, Markenrechte an seinem Vereinsnamen an den Kölner Versicherungskonzern Gerling verpfändet zu haben. Das so genannte Delisting der BVB-Aktie vom amtlichen Handel drohe als härteste mögliche Strafe für den Verein.

Die Zulassungsstelle der Frankfurter Wertpapierbörse habe sich mit einem Auskunftsersuchen an den Verein gewandt und warte nun auf eine Erklärung, zitierte das Blatt eine Börsen-Sprecherin. Mit einer Entscheidung werde frühestens in der kommenden Woche gerechnet.

Eine Finanzspritze für Deutschlands einzigen börsenotierten Bundesligaverein von der Westdeutschen Landesbank im dreistelligen Millionenbereich sei nach Angaben aus Finanzkreisen nicht in Sicht, hieß es in dem Bericht weiter. WestLB-Chef Thomas Fischer stelle trotz Drucks der Düsseldorfer Landesregierung kein Kapital bereit. Ein Engagement bei der Borussia passe nicht zur Strategie der Landesbank, zudem sei die Borussia als Kunde für einen Kredit dieser Größenordnung nicht solvent genug, schrieb das Blatt. (APA/Reuters/dpa)

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    Gerd Niebaum verlässt das Podium.

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