Reaktionen: Von Oberhausers "Das ist eine Ungeheuer­lichkeit" bis zu Kaspers: "Streik ist ein Menschenrecht"

9. Februar 2005, 15:44
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ÖSV-Alpinchef Hans Pum: "So etwas habe ich noch nie erlebt, noch dazu bei einem so schönen Wetter und eine halbe Stunde vor Rennbeginn. Schade, die Piste wäre perfekt gewesen. Ich konnte bis zuletzt nicht glauben, dass das Rennen wirklich abgesagt wird."

FIS-Präsident Gian-Franco Kasper: "Der Streik ist in fast allen zivilisierten Ländern erlaubt. Das ist ein Menschenrecht. Unglücklich ist nur, dass wir darunter leiden müssen. Das ist vor allem im Hinblick auf Turin eine sehr unangenehme Angelegenheit. Die ausländischen TV-Anstalten sind für Donnerstag bereit, miteinander eine eigene Produktionsgruppe bereitzustellen, egal ob die Italiener mitmachen oder nicht. Zum Glück ist da ein Ruhetag."

FIS-Renndirektor Günther Hujara: "Ich habe schon sehr viel erlebt, aber eine solche Rennabsage ist neu. FIS-Präsident Kasper hat mich angerufen, dass das Rennen nicht möglich ist. Deshalb musste ich absagen, denn wir sind eine Fernseh-Sportart. Ich bin aber überzeugt, dass wir auch am Donnerstag beste Rennbedingungen garantieren können."

WM-Generalsekretär Maurizio Gandolfi: "Dieses unverantwortliche Verhalten der RAI beschädigt das Ansehen Italiens. Gerade dann, wenn die ganze Welt auf uns schaut. Solche Dinge passieren nur in Italien, sagen jetzt die Leute."

Benjamin Raich: "Das passt zur WM, das ist das totale Chaos. Ein Wahnsin, dass so etwas passiert. Normal sollte man mit Freude so eine WM machen".

Hermann Maier: "Die Fans sind um Mitternacht weggefahren und können jetzt trotz schönstem Wetter kein Rennen sehen. Sie haben viel Geld ausgegeben, für die ist es ein größeres Problem als für uns. Und geboten wird ihnen hier in Bormio ja sonst nichts."

Christoph Gruber: "Ich dachte zuerst, dass heute der 1. April ist."

Rainer Schönfelder: "Ich würde diese WM als Gianfranco-Kasperl-Theater bezeichnen. Schlechtes Marketing ruiniert selbst das beste Produkt. Die FIS wird einen Plan brauchen, wie das angekratzte Image des Skisports wieder repariert werden kann."

Robert Brunner (Südtiroler Pressemann der ÖSV-Herren): "Hier hat offenbar jemand in leitender Position etwas massiv unterschätzt. Das bringt Italiens Image nicht wirklich weiter, alle werden jetzt wieder sagen, das kann nur hier passieren. Jetzt wird begonnen, Dreck auszutragen, selbst die italienischen Top-Journalisten wurden überrascht und werden uns deshalb in die Pfanne hauen."

Fischer-Geschäftsführer Gregor Dietachmayr, einer der zwei Präsidenten der Ausrüster-Vereinigung Skiracing Suppliers Asociation (SRS): "Was hier passiert, ist Wahnsinn für unseren Sport. Das ist fahrlässig, denn das Fernsehen ist die Lebensader des Sports. Das ist der finale Aufruf, endlich für mehr Professionalität im Skisport zu sorgen. Jetzt muss rasch etwas passieren.

Giuseppe Gattino, Pressechef des Olympischen Organisationskomitees (TOROC) in Turin: "So etwas kann bei Olympia nicht passieren. Wir haben eine eigene Produktionsfirma innerhalb unseres Organisationskomitees. Natürlich ist es ein Schaden für das Image Italiens."

ORF-Sportchef Elmar Oberhauser: "Das ist eine Ungeheuerlichkeit. Man darf nicht vergessen, dass in einem Jahr Olympia ist und was das für den Sport bedeutet. Und für die hunderttausenden von Menschen in Österreich, die vor dem TV sitzen. So etwas habe ich noch nie erlebt, das Ganze passt ins Bild dieser WM."

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