Euronext legt Angebot für Übernahme der Londoner Börse vor

10. Februar 2005, 12:01
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Vierländerbörse verspricht Kunden deutliche Preissenkungen - Keine Details zum Übernahmepreis

Paris - Im Übernahmekampf um die Londoner Börse (LSE) ist der europäische Börsenverbund Euronext in die Offensive gegangen und hat ein eigenes Angebot für die britische Konkurrentin vorgelegt.

Handelsgebühren sollen gesenkt werden

Wie die Deutsche Börse werde auch Euronext den LSE-Kunden in Großbritannien bei einer erfolgreichen Übernahme eine Senkung der Handelsgebühren um zehn Prozent gewähren, erklärte am Mittwoch die Vierländerbörse, zu der die Handelsplätze Paris, Brüssel, Amsterdam und Lissabon gehören.

Weitere Preissenkungen könnten folgen. Einen Kaufpreis für die London Stock Exchange (LSE) nannte Euronext anders als die Deutsche Börse zunächst nicht.

LSE soll unabhängig bleiben

Euronext schlug mehrere Zugeständnisse vor, die eine weitgehende Unabhängigkeit der LSE garantieren sollen. So werde London auch nach einem Kauf durch Euronext eine Börse bleiben, die weiter von der britischen Finanzaufsicht kontrolliert werde, erklärte das Unternehmen. Sie werde darüber hinaus auch künftig über einen eigenen Verwaltungsrat und einen unabhängigen Präsidenten verfügen.

Euronext verspricht sich von der Fusionen jährliche Kosteneinsparungen von 203 Mio. Euro vor Steuern. Die Kosten für die Fusion, notwendige Anpassungen und Investitionen im Zuge der Fusion bezifferte Euronext auf 184 Mio. Euro. Euronext erklärte weiter, die Finanzierung der Fusion sei durch eine Vereinbarung mit acht Banken zur Aufnahme von Krediten gesichert. Bei einem Erfolg der Fusion werde Euronext seine eigenen Aktien in London und Paris notieren lassen. Die Vorschläge für die Fusion würden nun mit den Aktionären, Kunden und der Finanzaufsicht diskutiert.

Die Deutsche Börse hatte Ende Jänner ihr Angebot für die London Stock Exchange (LSE) im Detail vorgestellt. Dabei hatten die Frankfurter den LSE-Aktionären einen Preis von 5,30 Pfund (7,71 Euro) pro Anteil geboten. Die LSE-Führung wies das Offert im Gesamtwert von 1,96 Mrd. Euro jedoch als zu niedrig zurück, erklärte sich jedoch zu Gesprächen über ein höheres Angebot bereit. (APA/AFP)

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