Tolle Dreharbeiten, ernüchternde Schule

4. Juli 2005, 11:26
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In "Villa Henriette" kämpft Marie (Hannah Tiefengraber) um ihr ziemlich "menschliches" Zuhause, das versteigert werden soll - Die 14-jährige Hauptdarstellerin über das Filmbusiness und ihre Zukunftspläne

STANDARD: Gehst du oft ins Kino?

Hannah Tiefengraber: Ja, vielleicht sogar zu oft, obwohl ich mir nur die Filme anschaue, die mich interessieren.

STANDARD: Welche sind das?

Tiefengraber: Alle Arten eigentlich. Komödien, ab und zu Action. Es muss aber eine gute Story dahinter sein und interessante Charaktere und Schauspieler. Der Film sollte auch gut gemacht sein. Jetzt nach der "Villa Henriette" fallen mir da mehr Details auf.

STANDARD: Für dich ist der Traum des Schauspielens wahr geworden. Bis du dabei enttäuscht worden? Tiefengraber: Nein, auf keinen Fall. Ich wollte schon immer nicht nur einen fertigen Film sehen, sondern aktiv bei der Entstehung dabei sein.

STANDARD: Du bist über eine Castingagentur, die in deiner Schule nach Talenten gesucht hat, zu der Rolle gekommen . . .

Tiefengraber: Ja, genau. Ich bin seit der 3. Klasse in unserer Theatergruppe und nehme auch Gesangsunterricht. Die Auswahl lief in drei Castingrunden ab: Wir mussten Texte lernen, vor der Kamera spielen und zu zweit improvisieren.

STANDARD: Wie hat deine Klasse auf deine Karriere reagiert?

Tiefengraber: Die Mitschüler haben sehr gut reagiert und sich auch gefreut. Eifersüchtig war niemand. Im Gegenteil: Sie haben mir geholfen und für mich mitgeschrieben.

STANDARD: Schule und Dreharbeiten: Geht sich beides aus?

Tiefengraber: Ich war einen Monat von der Schule freigesprochen, der zweite Drehmonat war in den Sommerferien, somit ging sich alles gut aus.

STANDARD: Wie war für dich die Arbeit mit den Profis?

Tiefengraber: Wirklich toll. Alle waren sehr nett - auch der Regisseur, Peter Payer. Ich habe schon Zeit gebraucht, bis ich reingekommen bin, aber mich schnell an diese Art von Arbeit gewöhnt. Es hat sehr gut funktioniert, die Stimmung war locker. Man hat mir viel Freiraum gelassen, ich durfte viel improvisieren.

STANDARD: Der Film basiert auf einem Christine-Nöstlinger-Roman. Magst du ihre Bücher?

Tiefengraber: Früher habe ich sie gerne gelesen, mittlerweile bin ich aus dem Alter raus.

STANDARD: Wie war es, nach den Dreharbeiten wieder zum Schulalltag zurückzukehren?

Tiefengraber: Ich habe die Leute vom Filmset sehr vermisst. Die Schule war im Gegensatz zum Film sehr ernüchternd.

STANDARD: Schwebt dir auch beruflich das Schauspielen vor?

Tiefengraber: Auf jeden Fall! Aber ich möchte in der 7. Klasse erst mal auf Austausch nach Australien gehen. Die Schauspielschule kommt für mich nach der Matura.

STANDARD: Also du schmeißt jetzt nicht die Schule, um dich ins Filmbusiness zu stürzen?

Tiefengraber: Nein. (lacht) Vielleicht werde ich auch studieren, wenn das mit dem Schauspielen nicht klappt.

ZUR PERSON: Hannah wurde am 18. 6. 1990 in Wr. Neustadt geboren.
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    foto: filmladen
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