Autismus bei Kindern häufiger, wenn Mütter an Allergien und Asthma leiden

9. Februar 2005, 11:27
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US-Studie mit 88.000 Kindern - Forscher vermuten Zusammenhang zwischen Erbanlagern für Autoimmunkrankheiten und Autismus

Chicago - Frauen, die während der Schwangerschaft unter Asthma, Allergien oder Schuppenflechte (Psoriasis) leiden, bringen häufiger autistische Babys zur Welt als gesunde. US-Forscher ermittelten in einer Studie mit 88.000 Kindern, dass sich das Autismus-Risiko verdoppelt, wenn werdende Mütter eine oder mehrere dieser Autoimmunkrankheiten haben. Besonders groß sei die Gefahr im zweiten Drittel der Schwangerschaft, hieß es im Fachblatt "Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine" des amerikanischen Ärzteverbandes AMA in Chicago.

Von den 88.000 Kindern, die von 1995 bis Mitte 1999 in Nordkalifornien zur Welt kamen, wurden 420 später als autistisch diagnostiziert. Ein Forscherteam in Oakland (Kalifornien) stellte die Verbindung zur Behandlung ihrer Mütter gegen die Hautkrankheit Psoriasis sowie gegen Asthma und Allergien her. Andere Autoimmunkrankheiten hatten keinen Einfluss auf die Entstehung von Autismus bei den Kindern, hieß es in dem Journal.

Forscher vermuten unter anderem Zusammenhang mit Erbanlagen

Obwohl die Ursache bisher unbekannt ist, vermuten die Forscher einen Zusammenhang zwischen den Erbanlagern für die genannten Autoimmunkrankheiten und für Autismus. Alternativ wäre möglich, dass das mütterliche Immunsystem zur Abwehr der eigenen Krankheit vermehrt entzündungshemmende Botenstoffe (Zytokine) produziert, die der Entwicklung des fetalen Gehirns schaden. (APA/dpa)

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