55. Geburtstag des Filmfestivals

8. Februar 2005, 19:52
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Berlinale gehört mit den älteren Festivals in Cannes und Venedig zu den bedeutendsten der Welt

Berlin - Die Internationalen Filmfestspiele Berlin, kurz Berlinale genannt, feiern in diesem Jahr (10.- 20.2) ihr 55-jähriges Bestehen. Die Berlinale gehört mit den älteren Festivals in Cannes und Venedig zu den bedeutendsten der Welt. Die höchste Auszeichnung der Berlinale ist der Goldene Bär. Die Idee zu dem Festival wurde zu Beginn der 50er Jahre in der von Krieg und Blockade gezeichneten Stadt geboren. Die drei West-Alliierten wollten Berlins einstige Bedeutung als Filmstadt wiederbeleben.

Im Juni 1951 wurde das Festival mit amerikanischer Unterstützung zum ersten Mal im Steglitzer Titania-Palast veranstaltet. Zur Eröffnung wurde Alfred Hitchcocks Film "Rebecca" gezeigt. Stars wie Cary Grant, Sophia Loren, Gary Cooper und Errol Flynn waren Gäste der ersten Jahre.

Das Festival verstand sich zunächst als kulturelles Aushängeschild des Westens im eingeschlossenen Berlin. Zur Zeit des Kalten Krieges wurde es dann zu einer wichtigen Begegnungsstätte von Filmemachern aus Ost und West. Im Gegensatz zum Glamour in Frankreich und Italien sollte das Berliner Festival in Zeiten empfindlicher Ost-West-Beziehungen ein Forum des politisch engagierten Films sein.

Nach der Liberalisierung im Ostblock konnten lange Zeit unterdrückte Filme auf der Berlinale in den 80er Jahren erstmals im Westen gezeigt werden. Berühmte Beispiele dafür sind der sowjetische Regisseur Alexander Askoldov mit dem Film "Die Kommissarin" und der DDR-Regisseur Frank Beyer mit "Spur der Steine".

Gründer und erster Leiter der Berlinale war der Filmhistoriker Alfred Bauer. Ihm folgte 1977 Wolf Donner. Von 1979 bis 2001 wurde das Festival von dem Schweizer Moritz de Hadeln geleitet. Ihm folgte Dieter Kosslick nach, der in diesem Jahr die Berlinale zum vierten Mal leitet.

Zur Eröffnung der 55. Berlinale am Donnerstagabend will Kosslick Glamour, Stars, Unterhaltung und große Filmkunst mit politischem Anspruch zusammenbringen. Auf dem Roten Teppich vor dem Berlinale-Palast am Potsdamer Platz wird er die Hollywoodstars Joseph Fiennes und Kristin Scott Thomas begrüßen. Sie spielen in dem Abenteuerepos "Man to Man" des französischen Regisseurs Régis Wargnier zwei Afrika-Forscher, die einen Pygmäenstamm entdecken.

Die österreichische Filmszene ist auf der Jubiläums-Berlinale mit drei heimischen Filmen bzw. Koproduktionen im offiziellen Programm - allerdings nicht im Wettbewerb - vertreten, dazu kommen sieben weitere österreichische Filme auf dem European Film Market. Wolfgang Murnbergers Wolf Haas-Verfilmung "Silentium" startet in der Reihe Panorama Spezial, im Panorama wird der österreichische Streifen "Dallas" von Robert A. Pejo gezeigt und im Internationalen Forum des Jungen Films "Crash Test Dummies" von Jörg Kalt. Außerdem fährt die junge Schauspielerin Franziska Weisz ("Hundstage", "Hotel") als Österreichs "Shooting Star" nach Berlin. (APA/dpa)

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