Das Lawinenrisiko managen

21. Februar 2005, 21:38
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Je mehr Warnsignale vorhanden sind, desto strenger sollen Skifahrer gemahnt werden

Davos/Innsbruck – Der Schweizer Lawinenexperte Werner Munter vertritt die Philosophie des „Risikomanagements“. Aus Sicht des Fachmanns vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos geht es nicht darum, „Unfälle gänzlich zu verhindern“, sondern das kleinstmögliche Restrisiko zu finden.

Munter hat dafür die so genannte Reduktionsmethode geschaffen. Im Kern besagt diese: Je höher die Warnstufe der fünfteiligen europäischen Gefahrenskala ist, umso mehr risikoreduzierende Faktoren müssen vorhanden sein, bevor in einen Hang eingefahren werden darf.

"Stop or go"

Als risikoreduzierend wertet Munter zum Beispiel geringe Steilheit. Der Innsbrucker Alpinwissenschafter Walter Würtl plädierte ebenfalls für einfache Raster. Die klassische Lawinenkunde würde von vielen Skitourengehern als zu kompliziert verweigert. Deshalb hat der Österreichische Alpenverein als Entscheidungsstrategie die „Stop or Go“-Methode entwickelt. Ähnlich wie Munter stellt auch sie eine Beziehung zwischen Hangneigung und Gefahrenstufe her. (neu, DER STANDARD Printausgabe, 09.02.2005)

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