Neues von Admira, Bregenz und Hoyzer

12. Februar 2005, 14:32
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Der GAK-Sportmanager sagt, er habe von hohen Wetteinsätzen gewusst und die Admira am Tag nach dem fragwürdigen Spiel informiert - Referee Hoyzer nennt die nächste Manipulation

Limassol/Wien - Wenn er schon einmal da ist, der Wettskandal, dann zieht er auch gleich weite Kreise. Gestern befasste man sich auf Zypern und am Rande des Vierländerturniers mit der Affäre, schließlich gehört der Reisegruppe Nationalteam auch eine GAK-Abordnung mit Sportmanager Hannes Weninger und sechs Spielern an.

Weninger sprach den 5:2-Sieg des GAK gegen die Admira am 8. Dezember des Vorjahrs an und bestätigte den Bericht des STANDARD vom Vortage. "Ich habe - man hat so seine Kontakte - nach dem Spiel erfahren, dass hohe Einsätze auf diese Partie gewettet worden sind." Bereits am 9. Dezember habe er sich mit der Admira in Verbindung gesetzt hat. Weninger: "Ich habe den Peter Kutschera angerufen und ihm gesagt, dass er auf seine Jugos aufpassen soll." Vonseiten des GAK sei jedenfalls alles korrekt abgelaufen.

Daheim in Österreich reagiert Hans Werner Weiss, der Obmann der Admira, verwundert auf Weningers Aussage. Kutschera, ebenfalls Mitglied des Vorstands, habe ihn jedenfalls nicht informiert. "Das sind Gerüchte, ich geh nicht jedem Blödsinn nach, ich möchte Fakten auf dem Tisch haben. Sollten sich die Gerüchte als wahr herausstellen, fliegen die Fetzen."

Laut Weninger spielt das Thema Wettmanipulation im Fußball seit Langem eine Rolle. Am 30. September 2004 trat der GAK im UEFA-Cup bei Litex Lowetsch in Bulgarien an. Weninger: "Da habe ich auch gehört, dass im Osten auf einen Heimsieg viel gesetzt wurde. Der lettische Schiedsrichter hat uns neunzig Minuten lang benachteiligt." Der GAK verlor 0:1, der Aufstieg in die Gruppenphase war ihm nach einem 5:0-Heimsieg schon gewiss gewesen.

Casino SW Bregenz, ein weiterer T-Mobile Bundesligist, war von Robert Hoyzer direkt angesprochen worden. Seine Geschäftspartner, sagte der deutsche Ex-Referee, der mehrere Spielmanipulationen zugegeben hat, wären mit einem Bregenzer Torwart, der ihm nicht namentlich bekannt sei, regelmäßig in Kontakt gewesen. Almir Tolja, Einser-Goalie in Bregenz und im bosnischen Team, hat bereits betont, niemals in Spielabsprachen involviert gewesen zu sein. Die Sicherheitsdirektion Vorarlberg hat bereits via Interpol die Ermittlungsakten aus Deutschland angefordert.

Kommission in spe

Die Bundesliga kündigte die Bildung einer Kommission an, der auch Mitglieder des ÖFB, der Sportwetten GmbH und des Buchmacherverbands sowie Schiedsrichter angehören sollen. Diese Kommission soll, wie es in einer Aussendung hieß, "über mögliche Präventivmaßnahmen beraten".

Hoyzer hat derweil eine weitere Regionalliga-Partie, Sachsen Leipzig gegen Dynamo Dresden (1:3, 9. Mai 2004), als manipuliert bezeichnet. Schwer belastet wird Sachsen-Torhüter Marco Eckstein, der nach schwacher Leistung bei 0:3 nach einem Hands außerhalb des Strafraums ausgeschlossen worden war. Georg Koch (Duisburg) sagte aus, ihm wurden im Finish der Vorsaison, als er ebenfalls in der zweiten Liga, aber bei Cottbus im Tor stand, 20.000 Euro geboten. Koch lehnte ab, Cottbus siegte 3:0.

Und Hoyzer trat gestern Nacht im ZDF auf. Bei Kerner, nicht in "Wetten, dass". (DER STANDARD, Printausgabe, 9. Februar 2005, Siegfried Lützow, Fritz Neumann)

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