Kfz-Prämien für jugendliche Autolenker deutlich gestiegen

17. Februar 2005, 12:01
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Viele Kfz-Versicherer haben aufgehört, mit Dumpingprämien Marktanteile zu gewinnen. Eine Folge davon: Höhere Prämien für jugendliche Autofahrer

Wien - Die Kfz-Versicherer, die seit rund sieben Jahren Verluste in der Autohaftpflicht schreiben, beginnen schön langsam selektiver bei der Wahl ihrer Kunden vorzugehen. Ein wesentlicher Kostenfaktor sind die jugendlichen Lenker zwischen 18 und 25 Jahren, die statistisch die meisten Unfälle verursachten. Der ARBÖ erhob nun, dass seit Jänner 2004 die Prämien für Kfz-Haftpflichtversicherungen für Führerschein-Neulinge um durchschnittlich 3,5 Prozent gestiegen seien. Das ist mehr als die allgemeine Verteuerung der Kfz-Haftpflichtversicherungen, die im Vorjahr um 2,9 Prozent anzog.

Laut ARBÖ bieten nur acht der 17 befragten Versicherungen (Wiener Städtische, Wüstenrot, Generali, Uniqa, Raiffeisen, Allianz, Vorarlberger Landesversicherung und Grazer Wechselseitige) eine Kfz-Haftpflicht für 18-Jährige an, ohne dafür Mehrkosten, spezielle Risikoprüfungen oder andere Auflagen zu verlangen. Die VAV versichert demnach generell erst ab 23, die HDI ab 25 Lebensjahren.

Preisunterschied geschrumpft

Der Preisunterschied zwischen der günstigsten und der teuersten Jahresprämie ist zuletzt von 455 auf 380 Euro geschrumpft. Aus Kostengründen gingen einige Versicherer auch dazu über, ältere Kraftfahrer zu verpflichten, das Auto nur selbst zu lenken oder es bestenfalls der Gattin zu überlassen. Sollte aber der Sohn fahren und einen Unfall verursachen, muss ein nicht unerheblicher Selbstbehalt bezahlt werden.

Der ARBÖ rät aber davon ab, ausschließlich auf die Prämie zu starren. Ebenso wichtig sei es, die gebotenen Leistungen näher zu betrachten.

Die Generali als größter Kfz-Versicherer sagte jüngst, die Sanierungsmaßnahmen hätten gegriffen, man habe sich im Zuge der Portfolio-Bereinigung von "notorischen Deckungsbeitragsvernichtern" getrennt und damit rund drei bis vier Prozent an Kunden "größtenteils bewusst" verloren. Die Sanierungsmaßnahmen sollten auch weiterhin wirken, sodass in diesem Jahr in der Kfz-Versicherung wieder ein Gewinn erzielt werden könne. (cr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9.2.2005)

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    Laut ARBÖ bieten nur acht der 17 befragten Versicherungen eine Kfz-Haftpflicht für 18-Jährige an, ohne dafür Mehrkosten, spezielle Risikoprüfungen oder andere Auflagen zu verlangen.

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