Von breiten und schmalen Berufsbildern

17. Februar 2005, 15:54
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Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl plädiert neuerdings wieder für breitere Berufsbilder in der dualen Lehrlingsausbildung

Wien - Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl plädiert neuerdings wieder für breitere Berufsbilder in der dualen Lehrlingsausbildung. Weiter gehende Spezialisierungen sollten erst später, sozusagen "on top" erfolgen, um nicht von vornherein die berufliche Einsetzbarkeit der Jugendlichen einzuschränken.

Leitl greift damit exakt die Argumente der Arbeitnehmervertreter aus ÖGB und AK auf, die jahrelang die Philosophie der Arbeitgeberseite kritisierten, vorrangig auf Spezialausbildungen ("Schmalspurlehrberufe") zu setzen.

"Man darf auch gescheiter werden"

Heute sagt Leitl sinngemäß: "Man darf auch gescheiter werden." Bisherige Berufsbilder vom Straßenerhaltungsfachmann über den Schädlingsbekämpfer bis zum Gartencenterkaufmann, den nur ganz wenige Blumengroßhändler haben wollten, könnten damit der Vergangenheit angehören. Empfohlen werden neue Berufsbilder im sozialpartnerschaftlich besetzten Berufsausbildungsbeirat, verordnet werden sie vom Wirtschaftsministerium.

In diesem Beirat wurde bisher immer konsensual entschieden, warum es auch den von der Wirtschaft geforderten "qualifizierten Helfer" als Berufsbild noch nicht gibt. Die Arbeitnehmerseite leistet hier erbitterten Widerstand. (miba, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9.2.2005)

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