Von Hummer- und Prolowürsten

11. Februar 2005, 16:53
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Florian Holzer und Klaus Nüchtern im Kampf am Würstelgrill

Rezensionsjournalismus ist subjektiv. Darum sei hier – ganz objektiv – festgestellt: Klaus Nüchtern hat gewonnen. Aber das lag eher am Setting denn an tatsächlicher Überlegenheit des Falter-Kulturchefs gegenüber dem STANDARD-Gastrokritiker Florian Holzer in puncto Würstelgrillerei.

Egal: Nüchterns geradlinig-fette Prolo-Käsekrainer schlugen Holzers elaboriert-raffinierte Bio-Burenwürste. Um Längen. Unabhängig vom Senf.

Spitzenwurst

Die beiden Wurstfreunde waren letzte Woche im "Kiosk" gegeneinander angetreten. Der ist ein bei Kunststudenten, Jungarchitekten und ähnlichen Lebensformen beliebtes Würstellokal im Wiener Freihausviertel, das seine mitunter "kreativ" anmutenden Preise mit der Exklusivität der Imbisse begründet. Nüchtern tritt Derartigem mit Misstrauen gegenüber. Holzer nicht. "Für eine Spitzenwurst zahle ich gerne fünf oder mehr Euro," erklärte er – und grillte echte Hummerwurst.

Den Gästen war der Wickel ziemlich wurscht: Sie aßen, was kam. "Trüffelketchup würde mich beeindrucken", erklärte einer. "Aber natürlich braucht all das kein Mensch."(DER STANDARD Printausgabe, 09.02.2005)

  • Feinspitz gegen Prolo: STANDARD-Gastrokritiker Florian Holzer und FALTER-Kulturchef Klaus Nüchtern im Kampf um die Wurst
    foto: rott

    Feinspitz gegen Prolo: STANDARD-Gastrokritiker Florian Holzer und FALTER-Kulturchef Klaus Nüchtern im Kampf um die Wurst

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