ZF Steyr: Passau will 130 Mitarbeiter übernehmen

18. Februar 2005, 14:27
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"Arbeitsplatzgarantie" in Deutschland der Gewerkschaft "zu wenig" - Verhandlungen über Sozialplan sollen demnächst starten - Interessent für F&E-Abteilung

Steyr/Passau - Die ZF Passau GmbH will den von der angekündigten Verlagerung der Steyrer Getriebemontage betroffenen Beschäftigten in Bayern Arbeit anbieten. Das erklärte das Unternehmen Dienstagabend in einer Presseaussendung im Anschluss an Gespräche zwischen Belegschaftsvertretern und der Geschäftsführung. Man habe zugesichert, dass 130 Mitarbeiter des oberösterreichischen Werks ein Angebot für eine unbefristete Übernahme in die ZF Passau GmbH erhalten würden. Diese "Arbeitsplatzgarantie" sei der Gewerkschaft aber zu wenig, betonte Landessekretär der Gewerkschaft Metall-Textil, Nationalratsabgeordneter Walter Schopf (S), auf APA-Anfrage.

Sozialplan

66 Mitarbeiter seien über einen Altersteilzeitvertrag abgesichert, so die ZF Passau GmbH. Sie würden nach Beendigung der Freizeitphase in den Ruhestand übertreten. Für knapp 80 weitere Beschäftigte werde ein Sozialplan erstellt. Dieser werde neben der üblichen Abfertigung auch einen "zusätzlichen finanziellen Beitrag" von ZF beinhalten, betonte die Geschäftsführung. Man habe den Arbeitnehmervertretern zudem "ausdrücklich bestätigt", dass die Komponentenfertigung - eine mögliche Übernahme durch die deutsche "Giesserei St. Leon-Rot GmbH" (SLR) war zuletzt geplatzt - am Standort Steyr weitergeführt werde.

Schopf hatte zuvor erklärt, dass "demnächst" die Verhandlungen über einen Sozialplan starten sollen. Er sprach von rund 120 Mitarbeitern, die von der Verlagerung der Montage betroffen seien.

Auch für die Forschung und Entwicklung (F&E) am Standort Steyr gebe es einen Interessenten, erklärte der Gewerkschafter. Diese Abteilung, in der rund 40 Menschen beschäftigt seien, sei das "Herzstück" des oberösterreichischen Werks. Ein österreichisches Unternehmen habe Interesse daran bekundet.

Die Ergebnisse der Verhandlungen über einen Sozialplan, die laut Schopf bereits am Mittwoch beginnen könnten, werde man sobald wie möglich der Belegschaft präsentieren. Sollte diese nicht ihre Zustimmung geben, würden entsprechende Maßnahmen vorbereitet.

Verlagerung

Mitte November vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass die ZF-Getriebemontage von Oberösterreich nach Passau in Deutschland verlagert werden soll.

Der ZF-Konzern beschäftigt mehr als 53.500 Mitarbeiter an 119 Standorten in 25 Ländern. Den Standort Steyr hatte ZF Passau im März 2000 von Magna erworben. Es handelte sich um die Steyr Antriebstechnik (SAT) des Steyr-Daimler-Puch-Konzerns, den die damalige Creditanstalt (CA) 1998 an Magna verkauft hatte. (APA)

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