Februarkolumne

9. Mai 2005, 18:05
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Ob ich den Februar lieben oder hassen soll, ist mir nicht ganz klar, aber einen Vorteil hat er jedenfalls: er ist kurz

Komisch ist so ein Jahr! Womit ich nicht meine, dass es lustig wäre, sondern die österreichische Bezeichnung für eigenartig, seltsam, merkwürdig gebrauche. Denn wenn ich genau überlege, was ich zugebenermaßen bisher unterlassen habe, dann sind diese Zeiteinheiten des Jahres - Monate, Wochen, Tage, Stunden - künstliche Konstrukte, die uns aufgezwungen werden. Ja übergezogen über unsere Leben, die dann zu Abläufen in Zeitintervallen verkommen. Rhythmen, die unseren individuellen Biorhythmen möglicherweise zuwider laufen. Und wozu? Zum alleinigen Zwecke unserer Qual? Um uns pausenlos darauf hinzu weisen, wie die "Zeit" vergeht. Wieder gealtert und dem unausweichlichem Tod ein Stück näher gerutscht. Ätsch! Zum Glück wissen wir nicht, wann dieses Ende sein wird. Wenigstens das klingt tröstlich!

Naja, und jetzt ist schon wieder Februar und ich frage mich, was daran gut sein soll. Immerhin ist er kurz! Feiertage hat er keine aufzuweisen, wofür ein fetter Minus-Punkt gedanklich fest gehalten wird. Aber wenigstens geht der Fasching zu Ende und mit ihm das blödsinnige Leilei! Der Aschermittwoch leitet traditionell die Fastenzeit ein - ob das wieder ein Vorteil ist, wage ich zu bezweifeln. Und dann gibt es noch so einen komischen - also nicht lustigen - Tag: den Valentinstag. Da schenken sich alle möglichen Leute Blumen. Dieser Februar-Tag dient dem Florieren der Blumen-Wirtschaft. Blütenmäßig betrachtet, steckt doch im Florieren die Flora. Und sie dachten wirklich, es geht um die Liebe?

Nachdem der Februar rein jahreszeitlich betrachtet zum Winter gehört, blüht sonst nicht viel. Da muss ich nicht erst im Kalender nachschauen, um das zu bemerken. Beißende Kälte und eisige Winde reichen mir, ich friere und gehe nur mit eingezogenem Kopf ins Freie, was unerträgliche Verspannungen meiner Nackenpartie nach sich zieht. Doch das ist nicht alles. An jeder Ecke lauern Viren, die nur darauf zu warten scheinen, mich anzuspringen, um mit ihren verheerenden Auswirkungen mein Befinden aufs Heftigste einzudämmen. Der Februar generiert sich also nicht viel besser als der Jänner. Oder was glauben Sie, warum ich diesen Monat übersprungen habe. Richtig, eine Grippe war schuld.

Und jetzt? Der Ausblick auf den März, der ja bereits zum Frühling gehört, gestaltet sich nicht wirklich tröstlich, weiß ich doch aus jahrzehntelanger Erfahrung, dass der dann frühestens im April eintrifft. Aber vielleicht - meinen Sie nicht auch? - sollte ich nicht schon vorzeitig frusteln und wir reden im März weiter - meint aufmunternd Ihre dabu

Eine Monatskolumne
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