Milosevic-Pflichtverteidiger muss gegen seinen Willen weitermachen

9. Februar 2005, 16:36
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Angeklagter verweigert Zusammenarbeit mit Steven Kay

Belgrad/Den Haag - Der britische Anwalt Steven Kay muss gegen seinen Willen weiterhin Pflichtverteidiger des früheren jugoslawischen Staatspräsidenten Slobodan Milosevic vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag bleiben. Tribunalspräsident Theodor Meron habe schon den zweiten Einspruch Kays gegen seine Bestellung zurückgewiesen, meldeten Belgrader Medien am Dienstag.

Kay wurde im vergangenen August zum Pflichtanwalt bestellt, hatte jedoch gleich den Einspruch dagegen erhoben. Ein zweiter Einspruch des Anwaltes erfolgte Mitte Dezember. Zuvor war Milosevic das Recht zurückgegeben, sich vor dem Tribunal selbst zu verteidigen.

Der frühere jugoslawische Präsident lehnt nach wie vor ab, Kontakt zu seinem Pflichtanwalt aufzunehmen, was der Grund für Kays Einspruch ist. Meron hielt dem in einer Aussendung entgegen, dass der Pflichtverteidiger in diesem Fall trotzdem mit seiner Arbeit fortfahren müsse, so gut es gehe, und weiterhin die größten Anstrengungen zu Gunsten des Angeklagten unternehmen.

Der Prozess gegen Milosevic vor dem UNO-Tribunal wegen Kriegsverbrechen in Bosnien-Herzegowina, Kroatien und dem Kosovo dauert nun schon seit drei Jahren. Ein Urteilsspruch ist vor Jahresende kaum zu erwarten. (APA)

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