Dokumentationsarchiv mit neuer Dauerausstellung

8. Februar 2005, 16:31
posten

Ersetzt über 25 Jahre alten Ausstellungsbereich - Umbau soll bis 26. Oktober abgeschlossen sein

Wien - Das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) bekommt eine neue Dauerausstellung. Die derzeitige Ausstellung ("Der österreichische Freiheitskampf") wurde bereits 1978 eröffnet und ist laut Brigitte Bailer-Galanda, wissenschaftliche Leiterin des DÖW "weder ausstellungsdidaktisch noch am Stand der historischen Forschung". "Wenn man eine Führung macht, muss man die quasi an der Ausstellung vorbei machen", so die DÖW-Chefin gegenüber der APA.

Die alte Ausstellung konzentriere sich fast ausschließlich auf den Widerstand gegen den Nationalsozialismus, sagt Bailer-Galanda. Die neue Version soll auch den Schwerpunkt Holocaustforschung stärker präsentieren. Außerdem wird der Ausstellungsbereich im Erdgeschoss des Alten Rathauses in der Wiener Innenstadt um einen dritten Raum erweitert.

Finanziert von Gemeine Wien

Finanziert wird der Umbau mit 400.000 Euro von der Gemeinde Wien. Außerdem werde man sich um Sponsoren bemühen - etwa für Beleuchtung und Computermonitore, kündigt Bailer-Galanda an. Das Wissenschaftsministerium, einer der drei Träger des DÖW, wird sich an den Kosten für die Ausstellung nicht beteiligen. Dort verweist man auf die jährliche Basisfinanzierung von rund 167.000 Euro. Außerdem gebe es Überlegungen, einzelne DÖW-Projekte zu finanzieren.

"Wenn es so geht, wie wir gerne wollen", sollte die neue Ausstellung bis zum Nationalfeiertag am 26. Oktober fertig sein, kündigt Bailer-Galanda an. Wie lange die alte Ausstellung noch zu sehen sein wird, die unter anderem Waffen und Uniformen österreichischer Partisanen zeigt, ist noch offen. Die Umbauarbeiten im denkmalgeschützten Alten Rathaus sollen jedenfalls beginnen, "sobald die Baugenehmigung durch ist." Die Details zur neuen Ausstellung wollen das DÖW und der Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Donnerstag bekannt geben.

Das Dokumentationsarchiv wurde 1963 von ehemaligen Widerstandskämpfern und Wissenschaftlern gegründet und ist seit 1983 als Stiftung eingerichtet, die gemeinsam von der Republik Österreich, der Stadt Wien und dem Verein Dokumentationsarchiv getragen wird. Eines der großen Projekte der letzten Jahre ist die namentliche Erfassung der österreichischen NS-Opfer. (APA)

Share if you care.