Wiener Theater bald akzent'los?

14. Februar 2005, 21:14
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Theater Akzent in seiner Existenz gefährdet - Die Wiener Arbeiterkammer reduziert Zuschüsse ab 2005: Kein Zusperren, aber Spielplan-Reduktionen

Wien - Die Arbeiterkammer (AK) Wien reduziert die finanziellen Zuschüsse an das von ihr errichtete Theater Akzent. Ab sofort unterstützt die AK die Bühne nur mehr, wie bisher, mit 363.000 Euro jährlich. Darüber hinaus gehende Differenzen für ein ausgeglichenes Budget will die AK ab heuer nicht mehr ausgleichen. Das sei "definitiv", sagte Johanna Ettl, AK-Direktor-Stellvertreterin, gegenüber der APA.

Die bisher durch die AK beglichenen Fehlbeträge des Theater Akzent, das bisher mit einem Budget von 600.000 bis 700.000 Euro arbeitete, beliefen sich laut Akzent-Direktor Hannes Mahler durchschnittlich auf 200.000 bis 300.000 Euro. Man versuche nun, den Fehlbetrag anderweitig aufzutreiben, durch Kooperationen, öffentliche Gelder und Sponsoren.

Bisher keine öffentlichen Subventionen

Während man im Kulturamt der Stadt Wien noch hofft, "dass in der AK nicht nicht das letzte Wort gesprochen ist", so die Sprecherin von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) zur APA, ist für AK-Direktor-Stellvertreterin Johanna Ettl der Beschluss "definitiv". Es gehe darum, den Spielplan zu reduzieren, so Ettl gegenüber der APA. Auch wenn die Auslastung und Umsätze des Hauses gegenwärtig sehr gut seien, koste jede Vorstellung Geld. "Künftig darf es eben nur mehr eine Vorstellung pro Tag geben, nicht zwei. Zusperren steht nicht zur Debatte."

Wenn die Finanzierung bis Ende März nicht gesichert ist, müssen laut Mahler voraussichtlich drei Viertel der insgesamt 20 voll Beschäftigten des Hauses (20 weitere Arbeitskräfte sind nicht voll beschäftigt) gekündigt werden. Mahler sieht darin das Ende des Akzent Theaters als Kulturbetrieb, da es für viele Künstler nicht leistbar sei, zusätzlich zur Miete auch noch Technik und Personal zu finanzieren.

Derzeit werden an dem 1989 eröffneten Haus zwei Drittel Koproduktionen und ein Drittel Gastspiele gezeigt. (APA)

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