Wiens Opposition ist allzeit bereit

17. Februar 2005, 19:54
5 Postings

Grüne, VP und FP fühlen sich für vorgezogene Wahlen gut gerüstet

Wien – So einig sind sich Grüne, FPÖ und ÖVP selten: Egal, wann in Wien gewählt wird, man sei jederzeit dazu bereit. Denn zwar ist der offizielle Wahltermin erst im Frühjahr 2006, an der Gerüchtebörse wird jedoch heftig über vorgezogene Wahlen spekuliert.

Am weitesten fort geschritten sind die Wahlkampfvorbereitungen der Wiener Grünen. Das Ziel ist klar: Schwarz und Blau in Wien überholen und mitregieren. Seit Mitte Jänner steht die Wahlliste: Die Topplätze hinter Maria Vassilakou haben sich Vertreter des linken Parteilagers gesichert. Ex- Klubchef Christoph Chorherr landete nur auf Platz acht.

Werbeagenturen

Mithilfe der Werbeagenturen "freude" und "Volvox" soll der gewünschte Erfolg eingefahren werden. Für die Innenbezirke wird gerade an einer eigenen Kampagne gebastelt. Der achte und der sechste Bezirk sollen "grün" werden, den siebten, in dem sie bereits den Bezirksvorsteher stellen, soll "gehalten" werden.

Im Gegensatz zu den Grünen lässt sich die Wiener ÖVP mit der Listenerstellung Zeit. Zuerst müsse Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SP) den Wahltermin festlegen. Der Wahlkampfleiter scheint mit VP-Landesgeschäftsführer Norbert Walter fest zu stehen. Er umreißt die Wahlkampfthemen so: "Wirtschaft wird das große Thema. Ein Muss ist der Kampf um Arbeitsplätze sein." Punkten will die ÖVP auch in den Bereichen Sicherheit und Bildung, wobei man sich als "offene, moderne Partei" mit VP-Obmann Johannes "Gio" Hahn an der Spitze geben will. Ziel ist der 2. Platz. p>Strategie

Auch die FPÖ wartet mit der Listenerstellung darauf, dass "Häupl mit sich selbst bricht", wie Landesparteisekretär Harald Vilimsky sagt. Er glaubt an den regulären Wahltermin, also im Frühjahr 2006. Vilimsky: "Strategisch gibt es keinen Grund für Häupl die Wahl vorzuziehen." Thematisch setzt man auf freiheitliche Kernthemen: also Sicherheit, Zuwanderung und Integration sowie Soziales. Bei der Werbelinie wird auf die Kreativität der eigenen Leute gesetzt: "Wir machen alles so zu sagen im Haus. Nur die Grafiker kaufen wir zu. Und das funktioniert sofort – auf Knopfdruck."

Ob Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider wieder als Wahlhelfer nach Wien touren wird, beantwortet Vilimsky ausweichend: "Wir freuen uns über jeden, der mithilft, ein gutes Ergebnis zu erbringen." (Peter Mayr/DER STANDARD, Printausgabe, 9.2.2005)

Share if you care.