Israelis und Palästinenser verkünden Ende der Gewalt

8. Februar 2005, 18:41
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Palästinenserpräsident Abbas und Israels Premier Sharon verkünden bei Gipfel in Sharm el Sheikh eine beiderseitige Waffenruhe

Sharm el Sheikh - Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas (Abu Mazen) hat am Dienstag eine beiderseitige Waffenruhe mit Israel erklärt. "Wir haben einen Stopp aller Gewalttaten vereinbart", sagte Abbas im ägyptischen Badeort Sharm el Sheikh. "Dies ist der Beginn einer neuen Ära", verkündete er.

In einer getrennten Erklärung verkündete auch Israels Ministerpräsident Ariel Sharon ein Ende der Militäreinsätze gegen Palästinenser. Sharon erklärte: "Die Palästinenser werden die Gewalt gegen Israelis überall stoppen, Israel wird die Militäraktionen gegen Palästinenser beenden." Er rief dazu auf, die Gelegenheit für eine friedliche Einigung nicht verstreichen zu lassen. Er beteuerte die Absicht Israels, den Palästinensern ein Leben in Freiheit und Unabhängigkeit zu ermöglichen. Beide Seiten müssten ein "Licht der Hoffnung" in der Region leuchten lassen. "Lasst uns die Hände reichen und ein neues Klima in unserer Region schaffen", sagte Sharon. Er warnte davor, dass Extremisten die neue Hoffnung mit Gewalt zerstören könnten.

Der israelische Ministerpräsident hat den palästinensischen Präsidenten auf sein Anwesen in Südisrael eingeladen, wie ein Mitarbeiter des israelischen Außenministeriums mitteilte. Abbas habe die Einladung am Dienstag auf dem Gipfeltreffen angenommen. An dem Nahost-Gipfel nehmen neben Abbas und dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon der ägyptische Präsident Hosni Mubarak als Gastgeber und König Abdullah II. von Jordanien teil.

Abbas verhandelte faktischen Waffenstillstand aus

Seit seiner Wahl am 9. Januar hat Abbas mit radikalen Palästinensern einen faktischen Waffenstillstand ausgehandelt und Sicherheitskräfte in den Gaza-Streifen geschickt, um Angriffe auf israelische Siedlungen zu unterbinden. Die Gewalt in der Region ist seit dem deutlich zurückgegangen. Als Gesten des guten Willens plant Israel eine Entlassung von palästinensischen Gefangenen. Die jüngste Entwicklung hat die Hoffnung auf eine Wiederbelebung des "Road Map" genannten Nahost-Friedensplans geweckt. Uneinigkeit herrscht jedoch jedoch unter anderen über den endgültigen Status Jerusalems. (APA/Reuters/dpa)

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    Symbolischer Handschlag zwischen dem neuen Palästinenserpräsidenten Abbas und Israels Premier Sharon in Sharm el Sheikh.

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