Der neue Hype im Netz: Podcasting

17. Februar 2005, 12:01
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Mit dem MP3 Player zur privaten Radioshow: Sendungen selber machen oder je nach Geschmack kostenlos herunterladen

Podcasting nennt sich der neueste Trend im Netz, eigentlich dreht es sich aber um etwa ganz und gar nicht Neues: Radio. Im Gegensatz zum altbekannten Radio hat nun aber jeder User die Möglichkeit, seine eigenen Shows zu produzieren und vor allem auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

"Podcasting"

Der Begriff "Podcasting" leitet sich vom englischen Wort "broadcasting" (etwa "Senden", "Rundfunk") und dem Namen des bekannten MP3-Players iPod des Herstellers Apple ab.

Aufnahmen

Beim Podcasting geht es um Radiosendungen, die im Gegensatz zum klassischen Radio nicht in Echtzeit, sondern als Aufnahme auf dem Rechner oder einem MP3-Player gehört werden können. Jeder User kann dabei Sendungen erstellen, dazu benötigt man lediglich eine Internetanbindung und die entsprechenden Software.

Automatische Downloads via RSS

Podcasts sind aber mehr als nur Audio-Downloads. Das Besonders sind die so genannten Podcasting-Clients. Mit Hilfe dieser Software ist es möglich, automatisch gewünschte Sendungen herunterzuladen. Das funktioniert mittels RSS (Really Simple Syndication), eine Technologie, die ursprünglich dazu verwendet wurde, um Inhalte von Webseiten in maschinenlesbarer Form bereitzustellen.

Alles begann mit dem iPodder

Als Erfinder der Podcasts gelten der Softwarentwickler Dave Winer und der früherer MTV-Mitarbeiter und Radiomoderator Adam Curry. Curry entwickelte den ersten Podcasting-Clients namens iPodder, der dann bald von interessierten Programmierern verbessert wurde. "Innerhalb einer Woche wurde nicht nur das ursprüngliche Script deutlich verbessert, die Leute haben auch angefangen ihre eigenen Versionen in anderen Programmiersprachen zu schreiben. Eine ganze neue Kategorie an Software wurde so erschaffen", gibt sich Curry begeistert über die schnelle Entwicklung.

"Daily Source Code"

Currys erster Podcast "Daily Source Code" richtete sich an diese Programmierer. "Eigentlich war es eine Radioshow für eine sehr kleine Community, die aber unglaublich schnell wuchs", erinnert er sich. Heute erreicht seine Show über 50.000 Hörer.

Der Name

Am 15. September des vergangenen Jahres wurde erstmals das Wort "podcast" in einem Posting verwendet. "Wir hatten ja nicht einmal eine Namen dafür, wie nannten es "Shows" oder etwa "Audioblog Posts"", denkt Curry an die Anfänge.

Trend

Rasch entwickelte sich Podcasting aber zum Trend, heute bringt eine Suchanfrage bei Google nach dem Wort Podcast insgesamt über 1.660.000 Ergebnisse.

Für jeden etwas

So gibt es nicht nur zahlreiche Podcasting Clients für Windows, Mac oder Linux, vor allem die Anzahl der erhältlichen Podcasts steigt jeden Tag. Die Themenvielfalt ist dabei nicht zu übertreffen, Hobby-Produzenten erstellen Sendungen für jeden nur erdenklichen Geschmack.

Einen kleinen Überblick geben die deutschsprachigen Podcast-Portale Podcast.de, podcasten.net, iPodFun.de, Germanpodcasters oder Audioblog Podcast.(kk)

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    bild: montage
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