Anthologie soll bei Residenz erscheinen

9. Februar 2005, 20:37
1 Posting

Verlagsleiter: "Noch nichts unterschrieben" - Alternativ-Projekt anderer Verlage würde nicht mehr aktiv betrieben - Autoren kommen jetzt "fast von selber"

Wien - Die "Landvermessung", das literarische Anthologieprojekt zum Jubiläumsjahr, das unter dem früheren Titel "Austrokoffer" wegen zahlreicher Autorenabsagen für Schlagzeilen sorgte, soll nun im Residenz Verlag erscheinen. "Wir bemühen uns um eine Lösung", bestätigte Verlagsleiter Herwig Bitsche am Dienstag, "es ist allerdings noch nichts unterschrieben." - "Die Wahrscheinlichkeit ist riesengroß", gab sich Herausgeber Günther Nenning äußerst zuversichtlich. Dafür, dass es auf der Projekt-Homepage bereits heißt "Die 'Landvermessung' erscheint im Residenz-Verlag", sei er nicht verantwortlich.

Alternativ-Projekt anderer Verlage würde nicht mehr aktiv betrieben

Aus dem gemeinsamen Alternativ-Projekt mit den Verlagen Czernin, Haymon, Otto Müller, Picus und Wieser ist Residenz jedenfalls ausgeschieden. Die dort angestellten Überlegungen seien zwar noch nicht abgehakt, würden aber nicht mehr aktiv betrieben, heißt es von Seiten der anderen Verlage.

Kommt das Residenz-Projekt zu Stande, wovon derzeit alle Beteiligten ausgehen, sollen die neuen "Landvermessung"-Pläne im Vorfeld der Leipziger Buchmesse (17. bis 20. März) der Öffentlichkeit vorgestellt werden. "So haben wir wenigstens einen äußeren Anlass", so Nenning.

Umfang eher angewachsen: 20 Bände mit etwa 7.500 Seiten

Der konkrete Umfang ist laut Bitsche "eher noch angewachsen" und soll nun rund 20 Bände mit etwa 7.500 Seiten betragen. Auf der Homepage ist von 14 Romanbänden, zwei Erzählbänden, einem Gedichtband, einem Band mit Stücken, einem Essayband und einer "Reserve für Zuwächse" die Rede. Als Auflage sind 7.000 Stück genannt, angestrebt werde ein Ladenpreis von 48,50 Euro. Als Erscheinungstermin wird der 19. September avisiert, "abseits der staatlichen Feierlichkeiten 2005 (Staatsvertrag) und ohne Verquickung mit diesen".

Autoren kommen jetzt fast von selber

Die Probleme mit Autorenabsagen hätten sich ins Gegenteil verkehrt, versicherte Nenning: "Jetzt kommen sie fast von selber. Jetzt kommen wir mit den 7.500 Seiten schon fast nicht mehr aus." Viele Autorinnen und Autoren hätten ihre frühere Absage wieder rückgängig gemacht, "allerdings wird man immer Namen finden, die einem abgehen." Kenner der Szene wissen allerdings nichts von einem Sinneswandel prominenter Autorinnen und Autoren. "Substanzielles über den Inhalt" könne man jedenfalls erst im März sagen, so Bitsche. (APA)

Share if you care.