Qualität am Prüfstand

24. Mai 2005, 11:47
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Best Practice on the Job: Personalisten verschiedener Branchen ziehen am selben Strang - mit einem Ziel...

..."Investors In People" (IIP) soll auch in Österreich zum Qualitätsstandard werden.

Im Zentrum der IIP-Zertifizierung stehe die Prozesskette mit betriebswirtschaftlichem Zugang und der Personalentwicklung als eine ihrer Disziplinen, so Holger Heller von der Industriellenvereinigung (IV) und Leiter des Pilotprojektes IIP mit zwölf teilnehmenden Unternehmen. "Wie viel ich investiere, sagt nicht viel aus, sondern wie ich investiere", ist er überzeugt. Der entsprechende "Leitfaden" sei über zwölf Indikatoren definiert und werde - nach Abschluss der Diagnosephase über Mitarbeiterbefragungen - von den jeweiligen Führungsteams variabel angewandt.

Tools und Ziele

"Die Verknüpfung von Politik, Strategien und Personalentwicklung ist einer der Gründe unserer Teilnahme am Pilotprojekt", so Judith Rechnitzer, Personalleiterin beim AMS Burgenland. Es sei zudem wichtig, auf Neuerungen rasch zu reagieren und dabei die Belastungen durch mangelnde Prioritätensetzungen oder einer geringen Verknüpfung von Personalentwicklung und Zielerreichung für die Mitarbeiter möglichst gering zu halten. Für Markus Petz, der als Personalchef der Saubermacher AG Ende letzten Jahres zum Pilotprojekt IIP gestoßen ist, drücke sich die Innovationskraft des Programmes vor allem über die Offenheit im Erfahrungsaustausch aus: "Hier herrscht eine Transparenz, die sonst im Personalbereich oft schwierig herzustellen ist. Es geht darum, von anderen in einem offenen Klima zu lernen."

An den Tools - so die befragten Personaler - sei es ohnedies nie "gelegen", mehr wohl an deren Qualitätskontrol- len. So bestätigt Christoph Schwarzer vom Kunststoffhersteller Borealis, dass das Unternehmen bereits vor der Einführung der IIP-Richtlinien der Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter verpflichtet war, dass aber nach der externen Analyse ein Nachholbedarf bei der Evaluation der Entwicklungsmaßnahmen ersichtlich wurde: "Das beginnt beim Formulieren der Maßnahmen und erstreckt sich auch auf das ständige Updaten der individuellen Entwicklungspläne."

Auch bei Raiffeisen Informatik erwarte man von der Zertifizierung eine zielgerichtetere Personalentwicklung. Michael Würzelberger: "Für die Mitarbeiter bedeutet das u. a. ein Aufzeigen von Entwicklungsperspektiven - für das Unternehmen eine Sicherung der Zukunftsfähigkeit und eine Steigerung der Wettbewerbsvorteile." (Der Standard, Printausgabe 5./6.2.2005)

Von Heidi Aichinger
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