Nicole Hosp als Zweite in die RTL-Entscheidung

8. Februar 2005, 13:51
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Anja Paerson mit Best­zeit, Dorfmeister schon wieder out, Schild weit zurück

Santa Caterina - Der WM-Riesentorlauf der Damen am Dienstag in Santa Caterina hat für einige Favoritinnen mit Riesenenttäuschungen geendet. Die erkrankte Janica Kostelic konnte gar nicht antreten, die von einem Virus geschwächte Saisondominatorin Tina Maze aus Slowenien stürzte schon im ersten Durchgang. Völlig am Boden zerstört verließ auch Michaela Dorfmeister blitzartig den WM-Ort. Sie schied wie schon in Super G und Abfahrt aus. "Es reicht. Ich fahre sofort heim und will von dieser Weltmeisterschaft nichts mehr hören", sagte die enttäuschte Niederösterreicherin.

Bitter für Dorfmeister

Erst 24 Stunden vor dem Riesentorlauf war Dorfmeister von den Trainern als vierte ÖSV-Starterin nominiert worden, obwohl sie bei ihrem schweren Abfahrtssturz einige blaue Flecken davon getragen hatte. Doch sie konnte sich für das in sie gesetzte Vertrauen nicht bedanken. Schon nach 40 Sekunden des ersten Durchganges rutschte die Neusiedlerin aus und musste ihren vermutlich allerletzten WM-Bewerb ohne Zieleinlauf beenden.

"Ich war etwas zu spät dran, dann hat es mich verdreht. Möglicherweise bin ich auf irgendwas drauf gefahren", rätselte´Dorfmeister. "Es ist deprimierend, aber es gibt solche und solche Tage. In einer Stunde bin ich weg", sagte sie in der ersten Enttäuschung. Es sei zwar eine Ehre für Österreich im Teambewerb zu starten, "aber ich glaube nicht, dass man mich dafür aufstellt."

Ob wie zuletzt in Marburg die Ski-Abstimmung für den Fahrfehler ausschlaggebend war, glaubte Dorfmeister nicht. Obwohl auch (Atomic-) Markenkollegin Marlies Schild wie schon in Marburg kaum Grip fand und nach dem ersten Durchgang mit 1,82 Sekunden Rückstand auf Platz 14 gelandet war. "Vielleicht, dass die Kanten einen Tick zu scharf waren, aber so ein Problem wie in Marburg hatten wir heute sicher nicht", meinte Dorfmeister. Alpinchef Hans Pum: "Die Ski waren nicht das Problem. Marlies ist zu spitz gefahren, hat kaum Grip bekommen."

Maze gestürzt

Der aggressive Kunstschnee wurde auch Maze zum Verhängnis. Die dreifache Saisonsiegerin ging geschwächt von einem Virus bald zu Boden und war nicht minder enttäuscht. "Die Enttäuschung ist riesengroß, denn das war ein enorm wichtiges Rennen. Aber ich habe immer noch Magenprobleme, fühle mich einfach krank. Ich muss jetzt nach vorne schauen", sagte die 21-Jährige.

Kostelic krank

Als Dorfmeister und Maze ihre Interviews gaben, war Janica Kostelic schon wieder im Bett. Auch die Doppel-Weltmeisterin war vom Termin-Stress und der in Bormio grassierenden Grippe aufs Krankenbett geworfen worden, Dienstagfrüh fuhr sie sich zwar noch ein, musste aber schnell kapitulieren. "Sie hofft jetzt auf den Slalom", so ein kroatischer Trainer.

Pärson vor Hosp

Anja Pärson hat es hingegen in der Hand, ebenfalls das zweite WM-Gold zu holen. Die schwedische Super-G-Siegerin führt nach dem ersten Durchgang 0,32 Sek. vor Nicole Hosp, die damit Österreichs Hoffnungen trägt. "Ich bin skifahrerisch wieder da, wo ich hingehöre. Du musst auf diesem aggressiven Schnee mit brutal viel Gefühl fahren", sagte die von ihrem Fanclub angefeuerte Tirolerin nach dem ersten Lauf. Auch Elisabeth Görgl (+0,86) hat als Neunte noch Medaillenchancen. "Eine solide Fahrt, da ist noch was drin", meinte die Steirerin vor dem zweiten Lauf (13:00 Uhr).(APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Hosp hat den ersten Lauf gut erwischt.

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